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Donnerstag, 26.7.2012

Die Uno zieht ihre Beobachter ab

Vor dem Hintergrund der sich ausweitenden Kämpfe in Syrien haben die Vereinten Nationen die Hälfte ihrer 300 Beobachter aus dem Land abgezogen. Die blutigen Gefechte gehen weiter.

Die Hälfte der Uno-Beobachter ist bereits ausgereist. (Keystone)

150 Mitglieder der Uno-Überwachungsmission hätten in den letzten Tagen Syrien verlassen, sagten zwei der Beobachter in Damaskus. Sie seien ausgereist «und werden nicht zurückkommen», fügte einer der Beobachter hinzu.

Mandat verlängert
Der Uno-Sicherheitsrat hatte das Mandat für die Beobachter in der vergangenen Woche nach schwierigen Verhandlungen nochmals um 30 Tage verlängert. Die USA verwiesen allerdings darauf, dass die Verlängerung nur noch dazu diene, den Beobachtern einen «sicheren und geordneten Rückzug» zu ermöglichen.

Am 14. April hatte der Uno-Sicherheitsrat die Entsendung von unbewaffneten Beobachter nach Syrien beschlossen. Aufgabe der «UN Supervision Mission in Syria» war es, die Einhaltung einer Waffenruhe zwischen den Aufständischen und den Sicherheitskräften von Präsident Bashar al-Assad zu überwachen.

Die Mission konnte das Blutvergiessen jedoch nicht stoppen. Mehrfach wurden die Beobachter daran gehindert, Orte zu besuchen, teils wurden sie auch selbst beschossen.

Kämpfe um Aleppo
Derweil geht das Blutvergiessen in Syrien weiter. Die Rebellen hielten nach in Aleppo nach eigenen Angaben einer Grossoffensive der Regierungstruppen vorerst stand. «Unsere revolutionären Kämpfer haben mindestens zwei massive Angriffe der Regimestreitkräfte abgewehrt», erklärte der Aufständischen-Kommandant Abu Omar al-Halebi. «Sie kontrollieren jetzt 50 Prozent der Stadt.»

Von unabhängiger Seite liessen sich die Angaben nicht überprüfen, weil Medien in Syrien nur äusserst eingeschränkt arbeiten können. Al-Halebi zufolge griffen auf der Seite der Truppen von Machthaber Assad auch Kampfjets ein. In den Aussenbezirken Salaheddin und Maschaad sollen sie Nachschubkonvois der Rebellen bombardiert haben.

Auch Damaskus hart umkämpft
In der Hauptstadt Damaskus kam es derweil nach Angaben von Augenzeugen zu Kämpfen im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der Stadt. Dabei seien Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, sagte ein Bewohner des Camps.

Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden im Stadtviertel Kabun, das derzeit von der syrischen Armee kontrolliert wird, 14 Leichen entdeckt.

Resolution für die Uno-Vollersammlung
Die arabischen Staaten wollen die Uno-Vollversammlung über eine Resolution zur Lage in Syrien abstimmen lassen, wie der Saudi-arabische Uno-Botschafter Abdallah al-Muallimi und der katarische Diplomat Abdulrahman Al Hamadi während einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats in New York erklärten. Darin soll der Aufbau einer demokratischen Regierung in Syrien gefordert werden. (lin, sda, dpa)

 

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