Aufständische greifen weitere Ziele in Aleppo an
Ein Kämpfer der oppositionellen Freien Syrischen Armee schiesst aus einem Hinterhalt in einem Grundschulgebäude in Aleppo. (Keystone)
Kräfte der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) haben in Aleppo das Büro der herrschenden Baath-Partei und das Militärkrankenhaus angegriffen. Sechs Rebellen seien bei den Gefechten in der nördlichen Metropole am Dienstag getötet worden, sagte der örtliche FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi.
Auch seien 15 Regierungssoldaten, unter ihnen ein Offizier, zu den Aufständischen übergelaufen. Die Regierungsarmee beschiesst nach Halebis Angaben weiterhin von der FSA kontrollierte Gebiete mit schwerer Artillerie und Hubschraubern, Bodentruppen würden aber nicht den Kampf suchen.
Ban warnt vor religiösem Bürgerkrieg
Angesichts des Blutvergiessens und Hunderttausender Flüchtlinge in Syrien hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon erneut eine sofortige Einstellung der Kämpfe gefordert und vor einem religiös motiviertem Bürgerkrieg gewarnt.
Mittlerweile sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens zwei Millionen Syrer von der Gewalt betroffen. In den erbitterten Kämpfen um Aleppo sehen die USA eine «ernsthafte Eskalation».
Die Lage in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole ist weiter unübersichtlich. Sowohl das Regime von Präsident Bashar al-Assad als auch die Rebellen meldeten militärische Erfolge. Endlose Zerstörung
«Weitere Kämpfe sind nicht die Antwort», meinte Ban vor Journalisten in New York. «Eine weitere Militarisierung dieses Konflikts wird nur die Zerstörungen endlos fortführen und das Leid verlängern.» Ein religiös motivierter Bürgerkrieg würde ausserdem auch die Nachbarn Syriens ernsthaft gefährden, warnte er.
«Jeden Tag, an dem sich die Spirale der Gewalt dreht, werden mehr Syrer getötet, verletzt, gefoltert oder gezwungen, aus ihrem Zuhause oder ihrem Land zu fliehen», sagte der Uno-Chef.
Religiöser Konflikt
Der Konflikt weist auch eine konfessionelle Komponente auf. So gehören der Assad-Clan und die Spitzen des Regimes der schiitischen Sekte der Alawiten an, während die meisten Aufständischen Sunniten sind. Aus der Minderheit der Christen gibt es nur wenig Unterstützung für die Opposition.
Die US-Regierung sieht in den Kämpfen um Aleppo eine weitere Eskalation des Konflikts. Angesichts des Einsatzes von Kampfflugzeugen, Helikoptern und Panzern gegen Zivilisten könne das Assad-Regime nicht länger behaupten, lediglich gegen vereinzelte Aufständische zu kämpfen, sagte eine Sprecherin des US-Aussenministeriums.
Politischen Übergang beschleunigen
US-Präsident Barack Obama erörterte die Situation in Syrien mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das Telefongespräch habe sich um die Frage gedreht, wie der politische Übergang in dem Land beschleunigt werden könne, teilte das Weisse Haus mit. Sie vereinbarten ferner, humanitäre Hilfen für syrische Flüchtlinge zu koordinieren.
Am heutigen Dienstag will der oppositionelle Syrische Nationalrat in Kairo über die Bildung einer Übergangsregierung im Exil beraten. «Es werden Vertreter aller Oppositionsgruppen anwesend sein. In der vergangenen Woche haben wir mit Generälen der Freien Syrischen Armee in einem türkischen Camp an der Grenze gesprochen», sagte Nationalratsmitglied Halit Hoca. (basn;wedj, dpa)
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