Regierungstruppen weiten Offensive in Aleppo aus
Oppositionelle Kämpfer während einer Gefechtspause in einem Grundschulgebäude in Aleppo. (Keystone)
Der Kampf um Aleppo ist für beide Seiten zum entscheidenden Test geworden. Weder die Regierung noch die Rebellen können Aleppo aufgeben, wenn sie den seit fast eineinhalb Jahren tobenden Machtkampf gewinnen wollen.
Die Assad ergebenen Einheiten nahmen vor allem den Stadtteil Salaheddine im Südwesten und Viertel im Osten unter Einsatz von Artillerie und Helikoptern unter Beschuss. Die Armee hatte am Sonntag erklärt, sie habe Salaheddine eingenommen. Meldungen des Staatsfernsehens über anhaltende Gefechte deuten aber darauf hin, dass die Streitkräfte das Viertel noch nicht gänzlich kontrollieren.
Rebellen wollen Assads Truppen zurückgeschlagen haben
Die Aufständischen beherrschen nach eigener Aussage einen Bogen, der die Stadtviertel Aleppos im Osten und Südwesten umfasst. Für einen ihrer Kommandanten ist die angestrebte Besetzung des Stadtzentrums eine Frage "von Tagen, nicht von Wochen".
Er widersprach vor allem der offiziellen Darstellung, dass Salaheddine eingenommen wurde. "Das Regime hat drei Tage lang versucht, Salaheddine zurückzuerobern. Es ist gescheitert, und dabei hat es schwere Verluste an Menschen, Waffen und Panzern erlitten", sagte Oberst Abdel-Dschabbar al-Okaida. Die Regierungssoldaten seien zum Rückzug gezwungen worden.
Die mit Kalaschnikow-Sturmgewehren, Maschinengewehren und Granatwerfern bewaffneten Rebellen sind Assads Truppen hoffnungslos unterlegen. Die Regierungssoldaten können auf Kampfflugzeuge und -hubschrauber, Artillerie, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zurückgreifen. Die Aufständischen haben einige Panzer und gepanzerte Fahrzeuge erobert, sie aber bislang noch nicht eingesetzt.
Lage für Zivilbevölkerung immer unerträglicher
Für die 2,5 Millionen Einwohner Aleppos sind die seit mehr als einer Woche andauernden Kämpfe eine schreckliche Erfahrung. Die in der Stadt gebliebenen Bewohner leiden unter Lebensmittel- und Treibstoffmangel.
Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind allein am vergangenen Wochenende rund 200'000 Menschen aus Aleppo geflohen. Der Syrische Rote Halbmond und andere einheimische Helfer registrierten in der Region täglich etwa 300 geflohene oder vertriebene Familien, die dringend auf Hilfe angewiesen seien. Das teilte eine Sprecherin des UNHCR in Genf mit.
Die Hilfsorganisation bemühe sich, Tausende Flüchtlinge unter anderem mit Decken, Küchenutensilien und Zeltplanen zu versorgen. Die Büros in Aleppo und teils auch in Damaskus seien aber nur noch eingeschränkt arbeitsfähig. (wedj, reuters/sda)
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