Regierungstruppen vereiteln Sturm auf TV-Gebäude
Ausgebrannte Busse sollen an den Zufahrtsstrassen zu Aleppo als Panzersperren dienen. (Keystone)
Syrische Rebellen haben in der Nacht zu Samstag das Gebäude des Staatsfernsehens in der umkämpften Metropole Aleppo angegriffen. Der Angriff scheiterte aber am Widerstand der syrischen Regierungstruppen.
Versuchte Erstürmung forderte Todesopfer
Die Aufständischen hätten rings um das Haus Sprengsätze deponiert, seien dann aber bei dem Versuch, das Gebäude zu stürmen, von der syrischen Luftwaffe beschossen worden, teilte die in London ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.
Daraufhin hätten sich die Rebellen, die nach eigenen Angaben die Hälfte der Stadt kontrollieren, zurückgezogen. Der Organisation zufolge gab es in zwei westlichen Stadtteilen von Aleppo zudem heftige Kämpfe.
Die amtliche Nachrichtenagentur Sana bestätigte den Angriff auf die Niederlassung des Staatsfernsehens und berichtete von «Terroristen, die Zivilisten und das Gebäude angegriffen» hätten. Syrische Soldaten seien aber zur Verteidigung angerückt.
Bei dem Vorfall seien «Terroristen getötet und verletzt worden», hiess es weiter. Mit dem Begriff «Terroristen» umschreibt die syrische Führung regierungskritische Demonstranten und Aufständische im Land.
Kämpfe auch in Damaskus
Auch in der Hauptstadt Damaskus gab es schwere Kämpfe. Die Armee habe das südliche Viertel Tadamun «so heftig beschossen wie nie zuvor», teilte die Londoner Beobachtungsstelle mit. Auch im östlichen Bezirk Jobar gab es demnach Gefechte.
Laut Sana ging die Armee auch hier gegen «Terroristen» vor. Eine «grosse Anzahl» von ihnen sei festgenommen oder getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur. Zudem seien Waffen beschlagnahmt worden.
Der oppositionsnahen Beobachtungsstelle zufolge wurden landesweit allein am Samstagvormittag mindestens 13 Menschen getötet, darunter jeweils sechs Menschen im östlichen Deir Essor und im Grossraum Damaskus. Mehrere weitere Personen sollen bei Hausdurchsuchungen der Sicherheitskräfte an Ort und Stelle erschossen worden sein.
Am Freitag starben gemäss Angaben derselben Quelle landesweit mindestens 84 Menschen, darunter 46 Zivilisten. Der blutig ausgetragene Konflikt im Land hält seit nunmehr anderthalb Jahren an. Insgesamt kamen dabei mindestens 20'000 Menschen zu Tode, Tausende weitere wurden verletzt, Hunderttausende befinden sich auf der Flucht.
47 Iraner von Unbekannten entführt
Am Samstag wurde zudem die Entführung einer iranischen Pilgergruppe durch Unbekannte gemeldet. Nach Informationen der iranischen Botschaft in Damaskus wurden die insgesamt 47 Wallfahrer auf dem Weg zum internationalen Flughafen von einer «bewaffneten terroristischen Gruppe» verschleppt. Der Schrein der Sajjida Zeinab in Damaskus ist ein beliebter Wallfahrtsort für Pilger aus dem schiitischen Iran. Das Mullah-Regime gilt als wichtigster Verbündeter des syrischen Regimes von Bashar al-Assad. (pet, sda/afp/dpa)
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