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Montag, 20.8.2012

Ramadan endet in Syrien mit neuer Gewalt

Auch während der Feierlichkeiten zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan kommt Syrien nicht zur Ruhe. Nach Angaben von Aktivisten haben Regierungstruppen am Montag die Städte Aleppo und Daraa sowie einen Vorort von Damaskus unter Beschuss genommen.

In den Strassen Syriens gibt es derzeit wenig zu feiern. (Keystone)

Die üblichen Feiern zum Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) am Ende des Ramadans fielen nach Einschätzung von Aktivisten in weiten Teilen des Landes aus. Auch zu den traditionellen Gebeten seien weniger Gläubige gekommen als üblich.

In der Wirtschaftsmetropole Aleppo liefern sich Regierungstruppen und Aufständische seit Wochen schwere Kämpfe. Nach Angaben von Aktivisten erzielten die Rebellen zuletzt Geländegewinne in den Stadtteilen al-Dschadida und Maadi Telal.

Aus dem Grossraum Damaskus meldeten Aktivisten, Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten die Ortschaft Moadamije mit Granaten beschossen. Dabei habe es sich offenbar um eine Vergeltung für die Fahnenflucht von rund 30 Soldaten am Tag zuvor gehandelt.

Jordanisches Territorium beschossen
Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgte für zusätzliche Spannungen in dem Konflikt. In Jordanien schlugen nahe der Grenze am Sonntagabend nach Angaben der Regierung in Amman vier Granaten der syrischen Armee ein. Dabei sei ein kleines Mädchen verletzt worden, vier weitere Jordanier mussten wegen Panikattacken stationär behandelt werden.

Jordanien kritisierte den Angriff auf sein Territorium scharf. Die Regierung habe dem syrischen Botschafter in Amman einen Protestbrief überreicht, teilte ein Regierungssprecher am Montag mit.

Bislang haben in Jordanien mehr als 150'000 Syrer Zuflucht vor den Kämpfen in ihrer Heimat gefunden. Wenn sie die Grenze ins Nachbarland übertreten wollen, geraten sie oft unter Beschuss durch syrische Regierungstruppen.

Vorschlag einer Schutzzone für Vertriebene
Aus der Türkei kam unterdessen die Forderung, eine Schutzzone für Vertriebene auf der syrischen Seite der Grenze einzurichten. Die Türkei hat bereits mehr als 70'000 Flüchtlinge aufgenommen.

Aussenminister Ahmet Davutoglu sagte in einem Interview der Zeitung «Hürriyet», sollte die Zahl der Flüchtlinge die Marke von 100'000 übersteigen, wären die Kapazitäten seines Landes am Ende.

«Wir sollten sie in Syrien unterbringen.» Die UNO könnte dann eine Sicherheitszone innerhalb der syrischen Grenzen einrichten.

Auf der syrischen Seite der Grenze bei Reyhanli waren am Wochenende bereits Hunderte wartende Flüchtlinge mit Hilfsgütern und Medikamenten aus der Türkei versorgt worden. Das Krisenzentrum der türkischen Regierung teilte mit, an der Grenze sollten von nun an unter Beachtung internationalen Rechts Hilfsgüter für die Menschen jenseits des Grenzzaunes übergeben werden.(wedj,sda/dapd/reuters/dpa/afp)

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