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Samstag, 15.9.2012

Uno-Vermittler trifft Assad

Der neue Uno-Sondervermittler ist erstmals in Syrien. An einen schnellen Durchbruch glaubt er nicht. Nach einem Treffen mit Assad warnt er: Die Krise kann die ganze Region erfassen.

Uno-Sondervermittler Lakhdar Brahimi und Syriens Präsident Bashar al-Assad sitzen sich in einem Gespräch gegenüber. Brahimi glaubt nicht an eine schnelle Verbesserung der Lage. (Keystone)

Bei seiner ersten Syrienreise hat der neue Uno-Sondervermittler vor einem Ausgreifen des blutigen Konflikts gewarnt. Nach einem Treffen mit Präsident Bashar al-Assad bezeichnete der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi die Krise als Bedrohung für die Region und die Welt. Den Ernst der Lage kenne auch Assad, betonte Brahimi.

Die Kämpfe gingen derweil weiter. Aktivisten berichteten von dutzenden Toten.

Der Konflikt sei gefährlich und verschlimmere sich noch, sagte Brahimi am Samstag in Damaskus. Das wisse Assad noch besser als er selbst, fügte der Uno-Vermittler hinzu.

Keine Waffen für Aufständische
Der Präsident zeigte sich seinerseits kooperationsbereit, wie es in einer vom Präsidentenpalast verbreiteten Mitteilung hiess. Allerdings habe er zugleich betont, dass die politischen Massnahmen nur dann Erfolg haben könnten, wenn auf Länder Druck ausgeübt werde, die «Terroristen» mit Waffen versorgten.

Syrien wirft arabischen Golfstaaten und den USA vor, die als «Terroristen» bezeichneten Aufständischen mit Waffen zu versorgen.

Brahimi hatte bereits am Donnerstag Aussenminister Walid al-Muallim zum Gespräch getroffen. Am Freitag kam er mit Oppositionellen, die von der syrischen Regierung toleriert werden, zusammen.

Plan folgt bald
Der Algerier hatte sein Amt als Syrienbeauftragter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga als Nachfolger des ehemaligen Uno-Generalsekretärs Kofi Annan am 1. September angetreten. Nachdem er mit allen betroffenen Parteien gesprochen hat, will der Diplomat seinen Plan zur Beilegung des seit 18 Monaten andauernden Konflikts vorlegen.

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen forderten derweil weitere Todesopfer.

Nach Angaben von Oppositionellen kamen dabei mindestens 35 Menschen in den Provinzen Aleppo und Idlib ums Leben. Berichte aus Syrien sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen, da der Zugang zu den umkämpften Gebieten von der Regierung eingeschränkt wird. (basn, dpa)

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