«Beispiellose Kämpfe» in Aleppo
Aleppo im Zentrum der Kämpfe: Rebellen greifen vom Auto aus an. (Reuters)
Syrische Rebellen blasen zum Sturm auf Aleppo: Dabei ist es zu «beispiellosen Kämpfen» gekommen. Nach dem Beginn der Offensive am Donnerstag hätten zunächst nur «in einer oder zwei Strassen eines Stadtteils» Gefechte stattgefunden, sagte der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
Kämpfe «an mehreren Fronten»
Am Freitagmorgen habe es hingegen Kämpfe «an mehreren Fronten» gegeben, die in dem bisherigen Konflikt «beispiellos» seien. Auch Einwohner von Stadtteilen Aleppos, die bislang weitgehend von Gewalt verschont geblieben waren, bestätigten die Heftigkeit der Kämpfe. Laut einem desertierten Offizier waren «tausende» Kämpfer im Einsatz.
Die Truppen von Präsident Bashar al-Assad gingen auch in mehreren anderen Provinzen mit Artillerie und Milizen gegen die Aufständischen vor. Auch die Luftwaffe kam zum Einsatz. Aktivisten veröffentlichten Videos, auf denen Hubschrauber zu sehen sind, die über Dörfern in den Provinzen Aleppo und Latakia Fässer abwerfen, die mit Sprengstoff gefüllt sind. Landesweit zählten sie bis Freitagnachmittag 66 Tote.
30'000 Menschen getötet
Aktivisten meldeten, in der Stadt Deir az-Zur seien am frühen Morgen 19 Männer von Angehörigen der regimetreuen Schabbiha-Miliz öffentlich hingerichtet worden. Soldaten der Armee hätten zugesehen.
Am Donnerstag sollen landesweit etwa 160 Menschen ums Leben gekommen sein. Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad Mitte März 2011 wurden in dem Land nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte fast 30'000 Menschen getötet.
Neuer Papiertiger des Uno-Menschenrechtsrats
Derweil verabschiedete der Uno-Menschenrechtsrat hat eine neue Resolution zu Kriegsverbrechen in Syrien. Darin fordert er die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien.
Eine entsprechende Resolution wurde mit einer Mehrheit von 41 der insgesamt 47 Ratsmitglieder verabschiedet. Russland, China und Kuba sprachen sich dagegen aus. Drei weitere Staaten enthielten sich. In der Resolution wird auf eine mögliche Rolle des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag verwiesen. Der Strafgerichtshof kann aber nur vom Sicherheitsrat beauftragt werden, der in der Syrien-Frage von Russland und China blockiert wird. (fors;pet, sda/afp/reuters/dpa)
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