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Dienstag, 9.10.2012

Anschlag auf Geheimdienstkomplex in Damaskus

In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Rebellen nach eigenen Angaben einen Selbstmordanschlag auf einen Geheimdienstkomplex der Luftwaffe verübt. Die militante islamistische Gruppe al-Nusra bekannte sich auf Facebook zu dem Angriff.

Inmitten der syrischen Hauptstadt Damaskus detonierten Sprengkörper. Sie hatten einen Geheimdienstkomplex als Ziel. (Reuters)

Karte: Syrien

Erneut kam es zu Explosionen, diesmal in Damaskus bei einem Anschlag auf einen Geheimdienstkomplex. Selbstmordattentäter hätten zwei Autos mit Tonnen von Sprengstoff in die Luft gejagt, hiess es von syrischen Auständischen.

Anwohner und Aktivisten berichteten von einer gewaltigen Explosion, auf die ein heftiger Schusswechsel folgte. Das syrische Staatsfernsehen meldete ebenfalls eine Detonation in der Gegend, machte aber keine näheren Angaben.

Die im Exil ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle sprach von «Dutzenden Toten» beim Doppelanschlag vom Montagabend in Harasta, rund zehn Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Unklar sei das Schicksal «Hunderter Gefangener» vor Ort.

Der Geheimdienst der Luftwaffe wird von Jamil Hassan, einem der Top-Militärs von Präsident Bashar al-Assad, kommandiert. Es lagen keine Informationen darüber vor, ob sich Hassan zum Zeitpunkt des Anschlags im Gebäude aufhielt.

Rebellen erobern offenbar strategisch wichtige Stadt
Unterdessen gingen die Kämpfe im ganzen Land weiter: In einem belebten Viertel von Damaskus explodierte ein Sprengsatz. Nach Angaben von Augenzeugen galt der Anschlag in der Nähe des Abbassiden-Platzes einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte.

Nach Angaben von Aktivisten eroberten Rebellen eine strategisch wichtige Stadt im Norden des Landes. Die Regierungssoldaten hätten sich von allen ihren Kontrollpunkten in Maaret al-Numan zurückgezogen, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Maaret al-Numan liegt an der Autobahn, welche Damaskus mit Aleppo verbindet.

Nach einem Granatenangriff auf den syrischen Grenzort al-Atarib wurden 19 Verletzte von Angehörigen in die Türkei gebracht. Das meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Eine von syrischen Truppen abgefeuerte Mörsergranate sei dort in einem Wohnviertel detoniert, es gebe eine grosse Anzahl an Toten und Verletzten. Eine Syrerin starb demnach, die anderen wurden in verschiedene Spitäler in Antakya gebracht.

98'000 Syrer in die Türkei geflohen
Die türkische Regierung hatte am Montagabend mitgeteilt, dass bislang 98'000 Syrer über die Grenze geflohen seien. Die Türkei kündigte an, auch weiterhin Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufzunehmen.

Ende August hatte Aussenminister Ahmet Davutoglu noch gewarnt, bei 100'000 Flüchtlingen seien die Kapazitäten seines Landes erschöpft. Er favorisierte damals eine Versorgung der Flüchtlinge innerhalb einer Pufferzone auf der syrischen Grenze.

In Paris rief Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon die syrische Führung zu einer sofortigen einseitigen Waffenruhe auf. Es sei «unerträglich», wie die Zivilbevölkerung unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu leiden habe, sagte Ban nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande.

Die Aufständischen sollten sich ebenfalls an eine solche Waffenruhe halten, sagte der Uno-Generalsekretär.

Ankara verlegt zusätzliche Einheiten an Grenze
Die Türkei verlegte in der Zwischenzeit weitere Militäreinheiten an die Grenze zu Syrien. So seien 25 zusätzliche Kampfflugzeuge auf einer Luftwaffenbasis im südostanatolischen Diyarbakir angekommen, berichteten mehrere Zeitungen unter Berufung auf Militärkreise.

In den Grenzprovinzen Hatay und Sanliurfa wurden zudem Panzerverbände näher an die syrische Grenze gebracht. Auch in der Nähe der Grenzstadt Akcakale, wo vergangene Woche fünf Zivilisten beim Beschuss durch eine syrische Granate getötet worden waren, wurden die türkischen Grenztruppen demnach weiter verstärkt.

Das türkische Parlament hatte vergangene Woche ein Mandat für eine mögliche Militärintervention in Syrien beschlossen. Seitdem erhalten die Armee-Einheiten in Grenznähe fortlaufend Verstärkung. Generalstabschef Necdet Özel und hohe Generäle trafen am Montag zu einer Truppeninspektion an der Grenze ein.

Türkischer Plan für Militärintervention
Die Oppositionszeitung «Cumhuriyet» berichtete unterdessen, Regierung und Militärs in Ankara hätten einen Fünf-Punkte-Plan ausgearbeitet, um für alle Eventualitäten im Zusammenhang mit der Syrien-Krise gerüstet zu sein.

Im Falle eines verstärkten Beschusses des türkischen Territoriums von Syrien aus sollen demnach zunächst Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen werden. Als letzte Möglichkeit behalte sich Ankara auch die Entsendung von Bodentruppen ins Nachbarland vor. Von Regierungsseite lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht vor. (basn;pet, sda/reuters/afp/dpa)

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Dossier, Letztes Update: Dienstag, 4.12.2012

Syriens Regimegegner begehren auf

Seit 40 Jahren sitzt die Herrscherfamilie Assad in Syrien an den Schalthebeln der Macht. Doch nun wankt das Regime: Inspiriert von den Protesten in der arabischen Welt wenden sich seit Februar 2011 immer mehr Syrer gegen Präsident Assad. Das Regime schlägt mit grosser Härte zurück, es entbrennt ein Bürgerkrieg.


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