Syrien und Türkei sperren gegenseitig Lufträume
Türkische Soldaten bewachen Grenze zu Syrien: Die Gewalt droht zu eskalieren.
Trotz internationaler Krisendiplomatie droht der Konflikt zwischen Syrien und der Türkei weiter zu eskalieren. Nach der erzwungenen Landung eines syrischen Passagierflugzeuges in Ankara sperrte Damaskus den syrischen Luftraum für türkische Maschinen.
Auch die Türkei bestätigte die Sperrung ihres Luftraums für syrische Passagiermaschinen offiziell. Als Grund nannte Aussenminister Ahmet Davutoglu den Missbrauch von syrischen Passagierflugzeugen für den Transport militärischer Güter, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete,
Am vergangenen Mittwoch hatten türkische Kampfflieger ein syrisches Passagierflugzeug von Moskau nach Damaskus abgefangen und zur Landung in Ankara gezwungen. Nach türkischen Angaben enthielt die beschlagnahmte Fracht Munition und militärische Ausrüstung. Dies wurde von Russland und Syrien dementiert.
Erdogan kritisiert Uno scharf
Der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi versuchte, in Istanbul zu schlichten. Er sprach mit dem türkischen Staatspräsidenten und mit Aussenminister. Der Algerier, der seit dem 1. September im Auftrag der Uno und der Arabischen Liga eine Lösung in dem Konflikt sucht, tritt für einen politischen Weg ein und lehnt einen Militäreinsatz ab.
Was Ankara von den Bemühungen der Uno hält, machte allerdings der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kurz vor der Ankunft Brahimis deutlich. So wie die Uno vor 20 Jahren tatenlos dem Morden auf dem Balkan zugesehen habe, so sprachlos sei sie angesichts der Syrien-Krise, sagte der Regierungschef.
Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle legte für ein Treffen mit dem türkischen Aussenminister in Istanbul einen Zwischenstopp auf dem Rückflug von einer China-Reise ein. Er rief den Nato-Partner Türkei auf, den bisherigen «besonnenen Kurs» fortzusetzen.
Kampfjet der Luftwaffe abgeschossen
Der an die Türkei grenzende Nordwesten Syriens gerät immer stärker ins Zentrum des Bürgerkrieges. Rebellen umzingelten nach Darstellung von Oppositionellen am Wochenende einen Stützpunkt bei Urum al-Sughra und schossen ein Kampfflugzeug der Luftwaffe ab.
Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte war die Zahl getöteter Soldaten und Rebellen zuletzt erstmals höher als die Zahl getöteter Zivilisten. Seit März 2011 wurden der Stelle zufolge insgesamt 33'000 Menschen getötet. (fors, sda/dpa)
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