Leuthards neue Pläne für die kleinen Solaranlagen
Solaranlage auf einem Einfamilienhaus im Kanton Graubünden. (Keystone Archiv)
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- Montag, 26.11.2012: Branche fordert mehr Energie aus Windkraft
- Mittwoch, 21.11.2012: AKW-Betreiber müssen mehr für Stilllegung zahlen
- Freitag, 16.11.2012: Riskante Initiative der Grünen
- Montag, 5.11.2012: Kurzfristige Kosten für Atomausstieg unterschätzt
- Donnerstag, 25.10.2012: Hohe Steuerausfälle durch Gebäudesanierungen
Von Inlandredaktor Christian von Burg
Kostendeckende Einspeisevergütung heisst das Zauberwort, wenn es darum geht, erneuerbare Energien zu fördern. Viele Leute warten zurzeit auf diese Subventionen des Bundes. Auf der Warteliste stehen gegen 20'000 Projekte - meist kleine Photovoltaikanlagen.
Nun gehe es darum, diese Initiative nicht abzuwürgen, sagt Energieministerin Doris Leuthard. «Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger nicht frustrieren - wir möchten sie unterstützen in ihrem Beitrag an unsere Stromversorgung.»
Ein Drittel der Kosten vom Staat zurück
Dazu will Leuthard das Fördersystem umbauen. Wer auf einem Einfamilienhaus Solarzellen montieren will, soll vom Bund neu ein Drittel der Investitionskosten zurückbekommen. Für eine durchschnittliche Anlage im Wert von 25'000 Franken macht das gut 8000 Franken Investitionshilfe. Im Gegenzug soll die kostendeckende Einspeisevergütung wegfallen. Das neue System verursache weniger Verwaltungsaufwand und sei darum effizienter, sagt Leuthard.
Beim Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmer findet man es gut, dass die kostendeckende Einspeisevergütung reformiert wird. Es brauche mehr Effektivität und Effizienz, sagt Verbandsdirektor Michael Frank. «Wichtigstes Ziel muss es sein, am meisten Kilowattstunden pro Förderfranken herauszuholen - es sind letztlich öffentliche Gelder.» Mit diesem Geld unterstütze man besser grossflächige Anlagen - etwa auf Fabrikdächern, grossen Bauernbetrieben oder an Lawinenverbauungen.
«Die Privaten werden einen wichtigen Beitrag leisten»
Dem widerspricht David Stickelberger vom Branchenverband Swissolar. Seiner Ansicht nach darf das Potenzial der kleinen Anlagen nicht unterschätzt werden. «Die privaten Hausbesitzer werden einen wichtigen Beitrag an die Stromwende leisten können und müssen - mit ihren eigenen Solaranlagen.»
Gemäss Stickelbergers Berechnungen machen die kleinen Dächer etwa ein Drittel des gesamten Potenzials der Solarenergie aus. Wichtig sei aber, dass die Anlagebesitzer für den Strom anständig entschädigt werden - den Strom, den sie selber nicht brauchen und ins Netz einspeisen. Stickelberger fordert etwa 20 Rappen pro Kilowattstunde Strom.
«Das würde sicher einen Boom auslösen»
Zu diesen Preisen will man beim Bundesamt für Energie noch keine genaueren Angaben machen. Denn es ist durchaus möglich, dass dieser Preis auch deutlich tiefer angesetzt wird. Dennoch rechnet Stickelberger mit einem kräftigen Wachstum, wenn die Reform kommt. «Das würde sicher einen Boom auslösen, es würden deutlich mehr Solaranlagen gebaut», sagt der Branchenvertreter. «Wir kämen in den Bereich, in dem beispielsweise Deutschland derzeit liegt.»
Fraglich ist, wie schnell diese Reform umgesetzt wird. Das Energiepaket tritt frühestens 2015 in Kraft. Es gibt im Parlament aber auch den Versuch, diesen Teil des Paketes vorzuziehen. (ank)
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