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Donnerstag, 3.5.2012

Leuthards Pläne stossen auf Skepsis

Bundesrätin Doris Leuthard zeigt weitere Massnahmen auf, wie sie sich den Atomausstieg vorstellt. Pumpspeicherkraftwerke sollen dafür ein Eckpfeiler sein. Sie könnten Energie in Spitzenzeiten liefern. Doch die Stromindustrie, die die Kraftwerke schliesslich bauen sollte, ist nicht so zuversichtlich.

Bundesrätin Doris Leuthard. (Keystone)

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Von Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt

Als Batterie Europas sieht Energieministerin Doris Leuthard die Schweiz. Wenn man wie unser Land auf erneuerbare Energien wie Wind und Sonne setze, die unregelmässig anfallen, dann seien Speicherkapazitäten umso wichtiger. Die überschüssige Energie aus den Sommermonaten soll in zusätzlichen Speicherseen zwischengelagert werden. «Das wird in Wintermonaten am Markt zu besseren Preisen verkauft werden können», ist Leuthard überzeugt. «Das ist wichtig für unsere Strom produzierenden Unternehmen.»

Stromproduzenten sind nicht zuversichtlich
Doch diese Unternehmen sehen das viel weniger rosig. Zwar sind zurzeit drei grosse Pumpspeicherkraftwerke für 2,4 Milliarden Franken im Bau. Es gibt Pläne für zwei weitere Werke. Doch ob sich zusätzliche Anlagen rentieren werden, bezweifeln die Stromproduzenten.

Pumpspeicherkraftwerke würden dann Gewinne abwerfen, wenn der Unterschied zwischen dem Spitzenpreis, der für Strom bezahlt wird und dem Preis, der zu normalen Zeiten am Markt erhältlich ist, am grössten sei, sagte Roger Pfammatter, Geschäftsführer des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes, gegenüber Schweizer Radio DRS. Diese Differenz zwischen dem Höchstpreis und dem Normalpreis werde aber immer kleiner: «Die ist in den letzten Monaten deutlich zusammengebrochen, namentlich aufgrund von Überkapazitäten.»

Solarenergie vs. Pumpspeicherenergie
Paradoxerweise setzt vor allem der Ausbau der Solarenergie der Pumpspeicherenergie arg zu. Photovoltaik-Anlagen würden stark mit Fördergeldern unterstützt und produzierten vor allem am Mittag - beim höchsten Sonnenstand - am meisten Energie, rechnet Pfammatter vor. Also ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo in der Vergangenheit Pumpspeicherenergie am meisten gefragt war.

Samuel Leupold, Leiter Energie International beim Stromkonzern BKW, beschreibt das Dilemma so: «Man schreit nach Speicher und gleichzeitig wird aber heute der Speicher kannibalisiert von der Photovoltaik. Und eigentlich wären genau diese zwei Technologien aufeinander angewiesen.»

Der Stromkonzern BKW hat zwar selbst ein Pumpspeicherprojekt am Grimsel in der Planung, doch aufgrund der Entwicklung auf dem Strommarkt stellt Samuel Leupold fest: «Niemand investiert heute zuversichtlich in die Technologien, weil der Marktpreis so kaputt gemacht wird, dass sich gerade dort die Investitionen nicht mehr lohnen.»

Widersprüche in der aktuellen Energiestrategie
Man könne nicht auf Pumpspeichenergie setzen und gleichzeitig Solaranlagen mit Milliardenbeträgen fördern, ergänzt Roger Pfammatter vom Wasserwirtschaftsverband: «Das ist einer der Widersprüche der aktuellen Energiestrategie: Dass man einerseits Pumpspeicherwerke begrüsst und stützt und andererseits über massive Subventionierung Konkurrenz aufbaut.» Hier, findet die Strombranche, müsse Energieministerin Leuthard noch einmal über die Bücher. (mz;ank)

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Leuthards Pläne stossen auf Skepsis. (Philipp Burkhardt, 3.5.2012)
Hören (2:33)

Energiestrategie 2050 des Bundesrats

Dossier: Mit alternativer Energie in die Zukunft

Dossier: Der Einstieg in den Atomausstieg


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