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Freitag, 25.5.2012

Atombefürworter wittern Morgenluft

Vor einem Jahr stellte der Bundesrat die Weiche in Richtung Atomausstieg. Das Parlament folgte und auch Meinungsumfragen stützten den Ausstieg. Doch die Befürworter der Atomenergie sind nicht verstummt. Im Gegenteil, sie wähnen sich im Aufwind.

Das AKW in Leibstadt. (Keystone Archiv)

Was kostet der Atomausstieg?

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 25.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Formiert sich die Atomlobby neu?

Beitrag aus Rendez-vous vom Freitag, 25.5.2012, 12.30 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

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Von Inlandredaktorin Karoline Arn

«Die Kernenergie hat ihre Zukunft noch vor sich.» Davon ist Hans Rudolf Lutz, Präsident des Vereins «Kettenreaktion» und erster Direktor des AKW Mühleberg, überzeugt. Der Verein propagiert seit 30 Jahren die Kernenergie. Keines der 700 Mitglieder sei nach dem GAU von Fukushima ausgetreten, sagt Lutz. Der Verein bekämpft nun den Atomausstieg in der Schweiz. Man wolle zeigen, dass die neuen erneuerbaren Energien «unzuverlässig und sehr teuer» seien.

Lutz verweist auf die Zahlen, welche der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse zur Energiewende vorgelegt hat. Die Kosten der Energiewende seien zu hoch, ist er überzeugt.

Volk soll entscheiden
Der Verein suche nun neue und vor allem jüngere Mitglieder, um für die grosse Kampagne gewappnet zu sein. Die Energiewende müsse vor das Volk kommen und der Verein «Kettenreaktion» werde bei dieser Abstimmungskampage natürlich mitmachen. Lutz ist zuversichtlich, dass diese Abstimmung zugunsten der Atomenergie ausfallen wird.

Dieser Meinung ist auch die Aktion für eine vernünftige Energiepolitik in der Schweiz, Aves. Aves will den Strommix von heute behalten und setzt sich «für den sinnvollen Einsatz von Wasserkraft und Kernenergie ein», wie sie auf ihrer Homepage schreibt.

«Nachteile aufzeigen»
Der ehemalige FDP-Ständerat Rolf Schweiger ist Aves-Präsident. Auch er verweist auf die Zahlen von Economiesuisse. Die Wende komme zu teuer, ist auch er überzeugt. Die Aufgabe von Aves sei nun, bei allen Schritten, die in der Öffentlichkeit diskutiert würden und die vom Bundesrat in die Diskussion eingebracht würden, aufzuzeigen, welche Nachteile und welche Konsequenzen «das alles» habe.

Zahl der Mitglieder wieder gestiegen
Die Kritik wirke, sagt Schweiger. Auch wenn nach Fukushima eine Mehrheit der Bevölkerung für den Atomausstieg gewesen sei, sei in der Zwischenzeit wieder «ein gewisser Realitätsbezug» eingekehrt. «Vor allem auch an den persönlichen Reaktionen mir gegenüber, wie auch in der medialen Einschätzung, merkt man, dass sich irgendetwas im Bewusstsein der schweizerischen Bevölkerung verändert hat», so Schweiger.

Indiz dafür sei die Entwicklung der Mitglieder. Vor Fukushima seien 95 National- und Ständeräte bei Aves dabei gewesen. Nach der angekündigten Atomwende sei die Zahl auf rund 45 gesunken. Nun stünden bereits wieder 55 Parlamentarier auf der Liste. 32 SVP, 14 FDP, 8 CVP und 1 BDPler.

Nichts ausschliessen
Lorenz Hess, Nationalrat der BDP sagt, er trage den Atomausstieg seiner Partei zwar mit, trotzdem wolle er Aves-Mitglied sein. Er sei kein Verfechter der Atomenergie, aber es sei wichtig, dass beim momentanen Stand der Diskussion wirklich alle möglichen Seiten immer noch zur Sprache kämen.

Breit diskutieren, und dabei auch die Atomenergie nicht ausschliessen, so die Devise von Hess. Vielleicht bringe tatsächlich eine Branche in zehn oder zwanzig Jahren etwas von dem man bisher nichts gewusst habe.

Wo hält das Pendel?
Von einem Revival der AKW-Befürworter will Aves-Mitglied Hess aber nicht sprechen. So unerwartet und schnell wie der Vorfall in Fukushima, seien auch die Reaktionen der Politik gewesen. Jetzt komme die zweite Phase, in der man wieder etwas breiter diskutiere. Das Pendel schlage in der Diskussion nun in die andere Richtung, sagt Hess, es komme aber wieder in der Mitte zum Stehen.

Doch die Atomkraft-Befürworter deuten die momentane Stimmung anders: Sie wittern Morgenluft. (luek)

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Energiestrategie 2050 des Bundesrats

Dossier: Mit alternativer Energie in die Zukunft

Dossier: Der Einstieg in den Atomausstieg


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  • Atomenergie

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