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  • Karadzic und die Gräuel des Bosnien-Kriegs:

Ein Fussballplatz in Sarajevo wird während des Krieges zum Friedhof. (Reuters)

Bosnien-Krieg: Eine Chronik zum Hören

Verbunden mit den kriegerischen Auseinandersetzungen in Kroatien wachsen ab 1991 auch die Spannungen zwischen den Ethnien in Bosnien und Herzegowina. Während viele der bosnischen Serben in der damaligen Föderation Jugoslawien verbleiben wollen, möchten die Bosniaken einen unabhängigen Staat bilden.

Der drei Jahre dauernde Bosnien-Krieg bringt der Zivilbevölkerung unendliches Leid, die Welt schaut dem Krieg mitten in Europa lange tatenlos zu. Schätzungsweise 100'000 Menschen werden getötet, das alte «jugoslawische Haus» bricht endgültig auseinander.

Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse.

Anfang April 1992 Eine serbische Offensive bringt Nordostbosnien in ihre Hand, darunter viele Orte, in denen vorher die Bevölkerungsmehrheit muslimisch gewesen war. Gezielt wird versucht, die nicht-serbische Bevölkerung zu vertreiben.

Zwischen den von Radovan Karadzic geführten bosnischen Serben und der Jugoslawischen Volksarmee auf der einen und der von den Kroaten und Bosniaken gebildeten Miliz auf der anderen Seite brechen schwere Kämpfe aus. Der Bürgerkrieg breitet sich über das ganze Territorium von Bosnien-Herzegowina aus.

Hören: Bürgerkriegsähnliche Zustände (Barbara Büttner, 6.4.1992)
Juni 1992 Im Juni wird in Bosnien der Kriegszustand ausgerufen. Die serbischen Einheiten beginnen mit ethnischen Säuberungen in von Bosniaken bewohnten Teilen Bosnien-Herzegowinas und die bosniakischen Milizen mit ethnischen Säuberungen in den serbisch besiedelten Gebieten. Erste Internierungslager werden eingerichtet.
Oktober 1992 Nach ersten Berichten über Gräueltaten in serbischen Gefangenenlagern beschliesst die Uno die Untersuchung von Kriegsverbrechen.
20. Dezember 1992 Bei vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in Serbien wird Präsident Milosevic im Amt bestätigt.
März 1993 In Ostbosnien kommt es zu neuen Massenvertreibungen durch serbische Kräfte. Tausende Bosniaken fliehen.
15. Mai 1993 Der Vance-Owen-Friedensplan der EG (heutigen EU) und der Uno für Bosnien scheitert nach einer Ablehnung durch die bosnischen Serben.

Hören: Bosnische Serben lehnen Friedensplan ab (Daniel Schmidt, 17.5.1993)
Der Uno-Sicherheitsrat erklärt Sarajevo, Srebrenica, Tuzla und andere schwer umkämpfte Orte zu Schutzzonen.
28. Februar 1994 Die Nato greift erstmals ein und schiesst vier serbische Kampfflugzeuge ab. Seit dem 9. Oktober 1992 gilt ein vom Uno-Sicherheitsrat verfügtes Flugverbot über Bosnien.
August 1994 In Sarajevo nehmen Angriffe von Heckenschützen und schwere Gefechte zu. Auch Uno-Personal wird angegriffen. Die Nato bombardiert serbische Stellungen in Bosnien. Es ist der erste Kampfeinsatz, der zum grössten Kriegseinsatz in der Geschichte der Allianz wird. Schwere Nato-Luftangriffe halten bis August 1995 an.

Hören: Nato-Luftangriffe nahe Sarajevo (Barbara Büttner, 30.8.1995)
Dezember 1994

Das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag nimmt die Arbeit auf.

Januar 1995 Serben setzen an verschiedenen Orten Kroaten und Bosniaken als «menschliche Schutzschilde» ein.
11. Juli 1995 Bosnisch-serbische Truppen nehmen die Uno-Schutzzone Srebrenica ein. Mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen werden ermordet. Das Massaker von Srebrenica gilt als das grösste Kriegsverbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hören: Bericht aus Srebrenica (Fritz Schneider, 11.7.1995)
21. November 1995

Mit der Annahme des Vertrages von Dayton wird der Krieg beendet. Die Präsidenten Bosniens, Kroatiens und Serbiens unterzeichnen das Friedensabkommen formell am 14. Dezember in Paris. Eine internationale Friedenstruppe unter dem Kommando der Nato wird in Bosnien-Herzegowina stationiert.

Hören: US-Präsident  Clinton verkündet die Friedensvereinbarung

 

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Mehr zum Stichwort:

  • Radovan Karadzic

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Kriegsverbrecher vor dem Uno-Tribunal
Vor dem Krieg

Reportage aus dem Vielvölkerstaat Jugoslawien. Arthur Meyer, 28.10.1990, International

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Karadzic und die Gräuel des Bosnien-Kriegs
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