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Montag, 21.5.2012

Al-Qaida hinter Anschlag in Jemen vermutet

Jemen kommt nicht zur Ruhe. Eine al-Qaida-Zelle schleust offenbar einen Attentäter in die Generalprobe für die Parade zum Nationalfeiertag ein. Bei dem Selbstmordanschlag sterben fast 100 Soldaten.

Hinter dem Anschlag in Jemen wird eine Untergruppe von al-Qaida vermutet. (Reuters)

Karte: Jemen
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Terror vor dem Nationalfeiertag in Jemen

Mitten in Jemens Hauptstadt Sanaa riss ein Selbstmord-Attentäter gegen 100 Menschen mit in den Tod. Es ist der schwerste Anschlag in Jemen seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 21.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Verheerender Selbstmordanschlag im Zentrum von Sanaa: Mindestens 90 Soldaten starben, als sich am Montag in der jemenitischen Hauptstadt ein Attentäter in ihrer Mitte in die Luft sprengte. 300 weitere seien verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf Sicherheitskreise in Sanaa.

Die Soldaten hatten an einer Probe für die Parade zum jemenitischen Nationalfeiertag an diesem Dienstag teilgenommen. Der Attentäter hatte an dem Aufmarsch auf einem Platz unweit des Präsidentenpalastes teilgenommen. Unter der Uniform hatte er den Sprengstoff versteckt.

Untergruppe von al-Qaida
Der anwesende Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed blieb unverletzt. Stunden später bekannte sich die Terrorgruppe Ansar al-Scharia zu der Bluttat, wie die jemenitische Webseite «Al-Taghier» berichtete.

Die Gruppe ist eine Unterorganisation des Terrornetzes al-Qaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP). Zuletzt hatte das jemenitische Militär Erfolge bei der Bekämpfung der Al-Kaida in der südlichen Provinz Laudar verzeichnet, wo die Ansar al-Scharia aktiv ist.

Der Anschlag am Montag traf die Führung des Landes ins Mark. Die Parade, gegen deren Generalprobe sich der Angriff richtete, gilt dem 22. Mai, dem Jahrestag der Vereinigung des republikanischen Nordjemens mit dem sozialistischen Südjemen im Jahr 1990.

Uno-Chef verurteilt Anschlag
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Terroranschlag in Jemen aufs Schärfste verurteilt. «Diese Straftat kann durch nichts gerechtfertigt werden», hiess es in einer Mitteilung an die Vereinten Nationen in New York. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, so der Uno-Chef.

Erster Vereinigungstag ohne Saleh
In diesem Jahr feiert das Land den Vereinigungstag erstmals ohne den Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Saleh, der im vergangenen November nach monatelangen, zum Teil blutig unterdrücken Protesten von der Macht zurücktrat. Saleh hatte seit 1978 über den Nordjemen und nach 1990 über das vereinigte Land geherrscht.

Zunächst war auch nicht klar, ob die Parade nach dem blutigen Anschlag wie geplant am Dienstag über die Bühne gehen würde. Den Plänen zufolge sollte sie der neue Präsident Abded Rabbo Mansur Hadi abnehmen. An ihn hatte Saleh die Macht übergeben. Bei der Präsidentschaftswahl im Februar war er im Amt bestätigt worden.

Jemen ist das ärmste Land der arabischen Halbinsel. Auch nach dem Abgang Salehs gilt die Lage als äusserst instabil. Im Süden hat die AQAP mehrere Städte und Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht. Zudem ist in diesem Teil des Landes eine militante Sezessionsbewegung aktiv. Rebellen der schiitischen Huthi-Sekte halten wiederum im Nordwesten einen jahrelangen Aufstand am Kochen. (basn, dpa)

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Chronologie der Proteste in Jemen

Jemen: Land voller Konflikte

Dossier: Arabische Regime unter Druck


Dossier, Letztes Update: Montag, 6.8.2012

Jemen: Zwischen al-Qaida und Armut

Seit Anfang 2011 kam es in Jemen fast täglich zu Protesten zehntausender Bürger, die den Rücktritt von Langzeitpräsident Saleh forderten. Am 22. November 2011 gab Saleh endlich nach und unterzeichnete in Riad seine Resignation. Terrorismus, Armut, Separatismus, Korruption und bewaffnete Stämme machen dem Land schon seit längerem zu schaffen.


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