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Sonntag, 2.9.2012

Tote bei Anschlag auf Nato-Basis

Blutiges Wochenende in Afghanistan: Zwölf Menschen sterben, als sich Attentäter unweit einer Nato-Basis in die Luft sprengen. Andernorts erschiessen regierungstreue Milizionäre zehn Dorfbewohner.
Karte: Die Provinzen Afghanistans

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Selbstmordattentäter der Taliban haben bei einem Doppelanschlag in der Nähe eines Nato-Stützpunktes in Afghanistan mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Fast 60 weitere seien am Samstag in der Zentralprovinz Wardak verletzt worden, teilten die Regionalregierung mit.

Im Norden Afghanistans töteten unterdessen Angehörige einer regierungstreuen Stammesmiliz zehn Dorfbewohner. Im Nachbarland Pakistan tauchte zudem ein Video auf, dass die abgetrennten Köpfe vermisster Soldaten zeigt.

Taliban bekennen sich
Nach Regierungsangaben zündete in Wardak zunächst ein Attentäter seine Sprengstoffweste. Danach habe ein zweiter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft gejagt. «Acht Zivilisten sowie vier Polizisten wurden getötet», so ein Sprecher.

Unter den Verletzten seien viele Zivilisten, aber auch Polizisten und Isaf-Soldaten. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag.

Am Stadtrand von Kundus im nördlichen Einsatzgebiet der Bundeswehr griffen am Sonntag regierungstreue Milizionäre ein Dorf an und erschossen zehn Zivilisten. Acht weitere seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gouverneurs mit. Als Grund wird ein Racheakt vermutet.

Am Samstag sei in dem Dorf ein Milizionär von den Taliban getötet worden, so der Sprecher. Die Miliz habe sich an Bewohnern gerächt, die den Extremisten angeblich Unterschlupf gewährt hätten.

Ranghohes al-Qaida-Mitglied tot
Derweil bestätigte die Nato den Tod eines ranghohen Mitglieds des Terrornetzwerks al-Qaida. Der aus Saudi-Arabien stammende Abu Walid, auch bekannt als Amru Mastur al-Ghamrawi, sei bereits am 3. August in der Grenzprovinz Kunar getötet worden. Er soll an zahlreichen Anschlägen in Afghanistan beteiligt gewesen sein.

Im Nachbarland Pakistan veröffentlichten Aufständische ein Video, das Berichten zufolge die abgetrennten Köpfe vermisster Soldaten zeigt. Nach einer Militäroffensive im Stammesgebiet Bajaur an der afghanischen Grenze galten die 15 Einsatzkräfte als vermisst.

Ein Taliban-Sprecher sagte, die Soldaten seien getötet und elf von ihnen enthauptet worden. «Es stimmt, dass 15 Soldaten getötet worden sind», bestätigte ein Sicherheitsbeamter. Das Video kommentierte er jedoch nicht. Nach Informationen der Zeitung «Dawn» vom Samstag zeigt es mutmassliche Rebellen neben einer Reihe abgetrennter Köpfe.

Bei einem US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan starben unterdessen vier Menschen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es bei dem Angriff am Samstag auch drei Verletzte. Die Region gilt als Extremisten-Hochburg. (basn, dpa)

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Dossier, Letztes Update: Mittwoch, 10.10.2012

Afghanistan: Krisenherd am Hindukusch

In Afghanistan haben die USA und weitere Nato-Staaten auch zehn Jahre nach der US-Invasion noch zehntausende Soldaten stationiert. Trotzdem ist es den Friedenstruppen bisher nicht gelungen, das Land zu stabilisieren. Afghanistan gehört immer noch zu den zehn ärmsten Ländern der Welt, Gewalt und Taliban-Angriffe ebben nicht ab.


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