Nato schult afghanische Sicherheitskräfte nicht mehr
Afghanische Offiziere bei der Graduierung. Sie sollen 2014 die Führung über die Sicherheitskräfte in Afghanistan übernehmen. (Archiv Keystone)
Als Reaktion auf zunehmende Angriffe durch afghanische Sicherheitskräfte schränkt die Nato-Schutztruppe Isaf die Zusammenarbeit und Ausbildung mit der einheimischen Armee und Polizei ein.
Der nach Rang zweithöchste US-Kommandant in Afghanistan, James Terry, ordnete an, die gemeinsamen Einsätze der Nato mit afghanischen Soldaten in Truppen mit einer Grösse von bis zu 800 Mann auf unbegrenzte Zeit auszusetzen. In solchen Bataillonen findet der Grossteil der Trainings- und Mentoring-Aktivitäten statt.
Ob solche Massnahmen nötig seien, solle dann im Einzelfall abgewogen und vom regionalen Einsatzleiter entschieden werden, sagte ein Sprecher der rund 100'000 Kräfte umfassenden Nato-Einsatztruppe.
«Die grosse Mehrheit» betroffen
Betroffen von der Anordnung ist den Angaben nach «die grosse Mehrheit» der 350'000 Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte. Sie müssen nun ohne Unterstützung der Nato-geführten Truppen zurechtkommen.
Die Entscheidung ist ein herber Rückschlag für die Bemühungen der Nato, die afghanischen Kräfte für ihren künftigen Einsatz nach dem Abzug der ausländischen Truppen bis 2014 fit zu machen. Hintergrund der Entscheidung ist die steigende Zahl von Angriffen afghanischer Sicherheitskräfte auf Nato-Mitarbeiter.
51 Nato-Soldaten getötet
Allein in diesem Jahr kamen mindestens 51 Nato-Soldaten bei Angriffen durch afghanische Polizisten oder Soldaten ums Leben. Verglichen zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 40 Prozent. Der Befehl wurde erlassen, nachdem am Wochenende erneut ausländische Soldaten bei Angriffen durch afghanische Polizisten getötet worden waren. (lin;pet, sda/dpa)
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