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Montag, 5.12.2011

Regierung Monti beschliesst harten Sparkurs

Italiens Regierung hat das Sparprogramm von Premier Monti verabschiedet. Er will unter anderem das Rentenalter erhöhen und die Mehrwertsteuer anheben. Insgesamt soll die Staatskasse in den kommenden Jahren um 24 Milliarden Euro entlastet werden. Die EU begrüsst die Massnahmen.

Mario Monti. (Keystone)

Tabu bei der italienischen Wirtschaftsreform

Mario Monti sieht in seinem Sparprogramm Steuererhöhungen vor - und die Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre. An den rigorosen Kündigungsschutz hat er sich bis jetzt nicht gewagt. Das wäre aber nötig.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 5.12.2011, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Das hoch verschuldete Italien muss den Gürtel deutlich enger schnallen: Die neue Regierung von Mario Monti verabschiedete am Sonntag per Dekret ein drastisches Spar- und Reformpaket. Es enthält auch eine grössere Rentenreform und soll 24 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen bringen.

Das Dekret hatte das Expertenkabinett des parteilosen «Professore» ursprünglich erst am Montag verabschieden sollen. Es könnte bis Weihnachten beide Parlamentskammern passieren. Die Gewerkschaften kritisieren die Pläne allerdings als «sozial komplett unverträglich».

Dem 68-jährigen Ex-EU-Kommissar Monti geht es darum, mitten in der tiefen Euro-Schuldenkrise ein Zeichen zu setzen, Forderungen aus Brüssel zu erfüllen und Italien aus der Schusslinie der skeptischen Finanzmärkte zu bringen.

Rentenalter soll angehoben werden
Vorgesehen sind in dem Sparpaket unter anderem eine einschneidende Rentenreform, eine Streichung von Steuererleichterungen sowie eine mögliche Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte.

Das Rentenalter soll angehoben werden - sowohl im öffentlichen Dienst als auch im Privatsektor -, am Inflationsausgleich soll gespart werden. Der öffentliche Dienst soll zudem personell gekürzt und organisatorisch gestrafft werden. Auch eine Immobiliensteuer gehört zu den für Millionen Italiener schmerzhaften Massnahmen.

EU-Kommission begrüsst italienische Sparbemühungen
Die EU-Kommission hat das 30 Milliarden umfassende Sparpaket der italienischen Regierung begrüsst. EU-Währungskommissar Olli Rehn sprach von einem ambitionierten Programm.

Mit den von der neuen Regierung unter Mario Monti verkündeten Einsparungen und Steuererhöhungen sei bis 2013 ein ausgeglichener Haushalt möglich, erklärte Rehn in einer Mitteilung am Sonntagabend. Die Einschnitte seien notwendig, um die Glaubwürdigkeit der italienischen Wirtschaft zu stärken und die hohen Schulden wieder unter Kontrolle zu bringen.   

Wirtschaftswachstum ankurbeln
Italien hat nach Griechenland den höchsten Schuldenstand der Eurozone - gemessen an der Wirtschaftsleistung. Mit den Sparmassnahmen will Monti nicht nur - wie schon von Silvio Berlusconi versprochen - den Staatshaushalt bis 2013 ausgleichen, sondern auch das schwache Wirtschaftswachstum ankurbeln.

Seine Regierung habe die schwierige Aufgabe, «Italien aus der schwersten Krise zu holen», sagte Monti am Abend. Dabei sei die hohe Verschuldung, unter der das Land leide, «unsere Schuld und nicht die Europas».

Die Regierung habe versucht, Notmassnahmen mit entschiedenem Vorgehen gegen Steuerhinterziehung und mit Wachstumsstimulanzen zu verbinden, erläuterte der Regierungschef. Italien dürfe nicht länger von Europa als dubioser Konfliktherd angesehen werden.

An die Gewerkschaften appellierte Monti mitzuziehen: Italien habe die Wahl zwischen «den geforderten Opfern einerseits oder einem bankrotten Staat und einem zerstörten Euro andererseits». Die Kosten des politischen Apparats sollten verringert werden, kündigte Monti ausserdem an. Er verzichte als Geste auf sein Gehalt.

Die vor allem im Norden starke populistische Lega Nord - bis vor kurzem Bündnispartner Berlusconis - drohte wegen der Sparpläne erneut mit Sezession. Die Partei setzt sich seit Jahren für eine grössere Unabhängigkeit von Rom und dem armen Süden ein und fürchtet, dass vor allem der reiche Norden zur Kasse gebeten wird.

«Kasse auf Kosten der Armen»
Die Gewerkschaften, denen Monti am Sonntagmorgen die geplante Rentenreform unterbreitet hatte, lehnen die Sparmassnahmen eindeutig ab.

«Soziale Gleichheit ist nicht vorhanden», sagte die Chefin der grössten italienischen Gewerkschaft CGIL, Susanna Camusso. Die Regierung Monti drohe mit ihren Massnahmen in die Fussstapfen Berlusconis zurückzufallen. Man wolle «Kasse auf Kosten der Armen» machen, sagte Camusso.

Die CGIL will am kommenden Dienstag über die Auswirkungen des Monti-Pakets beraten. Auch Streikdrohungen gab es schon vorab. (mz, sda/reuters)

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Verschafft Montis Sparpaket dem Euro Erholung? (Massimo Agostinis und Urs Bruderer, 5.12.2012)
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