UBS-Chefökonom: «Rettung ist illusorisch»
UBS-Chef-Ökonom Höfert sieht Griechenlands Zukunft nicht in der Euro-Zone. (Keystone Archiv)
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Die Griechenland-Rettung macht gemäss UBS-Chef-Ökonom Andreas Höfert keinen Sinn. Die griechische Tragödie werde dadurch nur verlängert, das Grundsatzproblem der Währungsunion auf die lange Bank geschoben. Im Tagesgespräch von Radio DRS hat Höfert erläutert, warum.
Wer bekommt das Geld?
Die 130 Milliarden, die Griechenland nun erhält, kommen in erster Linie den Banken zugute: 30 Milliarden Euro gehen an die Banken als Gegenleistung für den erhofften freiwilligen Schuldenschnitt.
50 Milliarden bräuchten die Banken, um den Schuldenschnitt überhaupt zu verkraften. Die restlichen 50 Milliarden werden verwendet, um die griechischen Schulden zu bedienen.
Woher kommt das Geld?
Die 130 Milliarden stammen aus den Töpfen des Internationalen Währungsfonds und des Euro-Rettungsfonds. In letzter Konsequenz sind es also die Steuerzahler, die für Griechenlands Schulden geradestehen.
Was erhofft man sich?
Die Banken verzichten auf gut die Hälfte ihres Geldes. Und: 90 Prozent der Kreditgeber machen mit - freiwillig. Griechenland auf der anderen Seite kann seine Schulden bis 2020 auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts drücken.
Gemäss Höfert sind beide Annahmen illusorisch: Letzten Endes laufe es auf einen Staatsbankrott hinaus – wenn auch einen geordneten.
Welche Folgen hat ein Staatsbankrott?
Noch vor zwei Jahren hätte eine Staatspleite Griechenlands unabsehbare Folgen gehabt, so Höfert. Seither sei viel geregelt worden: Vor allem hätten die Banken Staatsanleihen aus Griechenland abgeschrieben; und ihre Ausfallversicherungen aufgeräumt. Darum sei das Risikos eines Schocks im Finanzsystem heute viel geringer.
Hat die Währungsunion eine Zukunft?
Ökonom Höfert ist der Meinung, dass man sich mit der Währungsunion verrannt hat. Nun gebe es zwei Lösungen: Entweder die Euro-Länder spannen bei der Steuerpolitik zusammen. Oder die Währungsunion ist Geschichte.
Eine Gemeinschaft von Ungleichen funktioniere nur bei gemeinsamer Fiskalpolitik: Die reichen Mitglieder müssten bereit sein, für die ärmeren aufzukommen; und die ärmeren müssten sich in die Finanzen drein redenlassen. (smus)
