Griechenland bangt um Schuldenschnitt
Die griechische Nationalbank in Athen. (Keystone)
Das Bemühen Griechenlands um einen Schuldenschnitt der privaten Gläubiger ist in die entscheidende Phase getreten. Am heutigen Donnerstagabend um 21 Uhr (MEZ) läuft die Frist ab, bis zu der die Geldgeber entscheiden müssen, ob sie sich an einem Schuldenerlass in Höhe von 107 Milliarden Euro beteiligen wollen. Notwendig ist die Zustimmung von mindestens 67 Prozent der Gläubiger.
Investoren verzichten auf Forderungen
Bis zum Morgen hatten Banken, Pensionsfonds und andere Investoren, die mehr als die Hälfte der Gesamtsumme von 206 Milliarden Euro halten, öffentlich ihre Teilnahme zugesagt. Falls die Beteiligung an dem Anleihetausch nicht hoch genug ist, will Griechenland den Schuldenerlass erzwingen. Sollte die Umschuldung scheitern, wäre Griechenland voraussichtlich in weniger als zwei Wochen pleite.
Märkte optimistisch
Die Märkte zeigten sich optimistisch, dass eine Einigung über einen Schuldenschnitt im Umfang von 53,5 Prozent zustande kommen wird. Die griechische Börse und der europäische Index Stoxx 50 waren am frühen Donnerstagnachmittag leicht gestiegen. Auch die asiatischen Börsen gewannen.
Arbeitslosenquote auf Rekordwert
Selbst im Falle eines Schuldenerlasses sieht es für Griechenland aber nach wie vor düster aus. Laut am Donnerstag veröffentlichten Zahlen stieg die Arbeitslosenquote im Dezember auf einen Rekordwert von 21 Prozent im Vergleich zu 14,8 Prozent im Vorjahr. Noch dramatischer ist die Lage für junge Leute: Gut die Hälfte aller 15- bis 24-jährigen Griechen ist ohne Arbeit. (mz, sda)
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