Schuldenkrise setzt Spanien zu
Vor den Arbeitsämtern bilden sich lange Warteschlangen. (Keystone Archiv)
Die Bonitätswächter der Ratingagentur S&P haben Spanien den nächsten Tiefschlag versetzt. Das hoch verschuldete Euro-Land ist ohnehin angeschlagen und rutscht nun tiefer und tiefer in den Krisenstrudel.
S&P senkte die Kreditwürdigkeit des Euro-Sorgenkindes gleich um zwei Stufen von «A» auf «BBB+» herab und setzte den Ausblick auf «negativ». Damit droht eine weitere Herabstufung.
Zinsen fast bei 6 Prozent
Vor diesem Hintergrund dürfte es für die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone immer teurer und schwieriger werden, sich Geld von Investoren zu besorgen.
Die Märkte reagierten umgehend: Die Zinsen, die das Land für die Aufnahme neuer Schulden bieten muss, stiegen am Freitag weiter an. Die Rendite für zehnjährige spanische Anleihen erhöhte sich um 0,14 Prozentpunkte auf 5,931 Prozent.
Jeder Vierte ist arbeitslos
Hiobsbotschaften kommen auch vom spanischen Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote stieg im April auf den höchsten Stand seit 18 Jahren. Sie schnellte von 22,9 Prozent im Vormonat auf 24,44 Prozent nach oben, wie die Statistikbehörde in Madrid mitteilte.
Spanien hat damit die höchste Arbeitslosenquote in der Eurozone. Insgesamt sind den Angaben zufolge derzeit in Spanien 5,64 Millionen Menschen arbeitslos. Die Anzahl der Haushalte, deren Mitglieder alle ohne Job sind, nahm demnach um 153'400 auf 1,73 Millionen zu.
Hilfspaket auch für Spanien?
Spanien ist mittlerweile der drittgrösste Haushaltsünder im Euro-Raum mit einem Fehlbetrag von 8,5 Prozent im vergangenen Jahr. Noch schlimmer steht es nur um Griechenland (9,1 Prozent) und Irland (13,1 Prozent).
Die Regierung hat sich vorgenommen, das Defizit in diesem Jahr auf 5,3 Prozent zu drücken - angesichts des Wirtschaftsabschwungs eine schwierige Aufgabe. Spanien gilt deshalb als Sorgenfall der Euro-Zone. Immer wieder gibt es auch Spekulationen, dass das Land am Ende internationale Hilfe beanspruchen müsse. (luek;pet, dpa/reuters)
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