Schicksalswahl in Griechenland
Noch ist nicht klar, wer Griechenland morgen führen wird. (Reuters)
Auf Fragen von Journalisten beschreiben viele Menschen in Griechenland ihr Dilemma wie folgt: «Ich will die Politiker für ihre Korruption abstrafen – ohne dass das Land völlig untergeht.»
Ausgerechnet die Sozialisten und die Konservativen, die Griechenland an den Abgrund geführt haben, zeigen sich jetzt mehr als alle anderen pro-europäisch und reformbereit.
Die meisten anderen Parteien wollen das harte Sparprogramm beenden. Die Kommunisten fordern sogar den Austritt Griechenlands aus der Eurozone und der EU.
Presse-Spiegel «Nacht der Ängste»
«Tag der Verantwortung für alle», lautete der Tenor in der konservativen «Kathimerini». Vorrangig sei, dass das Land am Montag eine Regierung hat. Die Sonntagszeitung «Proto Thema» erwartet eine Nacht voller Ängste und Tage der Regierungslosigkeit.
Alle Umfragen deuteten darauf hin, dass keine Partei allein regieren kann. Zudem wird ein Einbruch der bislang regierenden Konservativen und Sozialisten in der Wählergunst erwartet. Von gemeinsam 75 Prozent der Stimmen im Jahr 2009 könnten den Meinungsforschern zufolge kaum noch 45 Prozent übrig bleiben.
Dafür wird der Einzug einer Vielzahl kleinerer Parteien ins Parlament erwartet - darunter linke Traditionsparteien, die Aufwind haben, aber auch populistische und rechtsextremistische Gruppierungen, die mit den Ängsten der Menschen spielen. (bat, dpa)
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