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Letztes Update: Montag, 14.5.2012

Ungewissheit in Athen hält an

Die politische Krise in Griechenland dauert an. Auch ein Treffen von Präsident Karolos Papoulias mit den drei stärksten politischen Parteien brachte das südosteuropäische Euro-Land einer stabilen Regierung nicht näher.

Verfahrene Situation: Die Chefs der drei grössten Parteien bei Staatspräsident Papoulias (zweiter von rechts). (Reuters)

Die Gespräche von Staatspräsident Karolos Papoulias zur Bildung einer Regierung in Griechenland sind am Sonntagabend ohne greifbares Ergebnis geblieben. «Wir machen morgen weiter», sagte Papoulias nach mehrstündigen Verhandlungen mit Vertretern der verschiedenen Parteien in Athen.

Einen Durchbruch gebe es noch nicht, betonte der Chef der Demokratischen Linken (Dimar), Fotis Kouvelis, der als letzter beim Staatspräsidenten war. Am Montagabend sollen die Gespräche voraussichtlich weiter geführt werden. Sollten diese scheitern, müssten spätestens am 17. Juni Neuwahlen stattfinden.

Opposition gegen Rettungspaket
Eine angebliche Einigung auf eine Dreiparteien-Koalition mit der Dimar am Sonntagnachmittag wurde kurze Zeit später dementiert. Der Chef der Syriza-Partei, Alexis Tsipras, hatte zunächst erklärt, drei andere Parteien hätten sich darauf verständigt, für zwei Jahre eine Regierung zu bilden und den von den internationalen Geldgebern verlangten «kriminellen» Sparkurs fortzusetzen.

Zusammen hätten die Parteien eine Mehrheit von 168 der 300 Stimmen im Parlament. Dies würde auf eine Koalition der konservativen Nea Dimokratia (ND), der sozialistischen Pasok und der Dimar zutreffen.

Neuwahlen wahrscheinlich
Die aus der Wahl vor einer Woche als zweitstärkste Kraft hervorgegangene linksradikale Syriza-Partei lehnt wegen ihrer Opposition gegen das milliardenschwere Rettungspaket weiterhin den Beitritt zu einer Regierung der nationalen Einheit ab. Eine Neuwahl Mitte Juni wird deshalb immer wahrscheinlicher.

Nea Dimokratia und Pasok, die als einzige Parteien das mit schmerzhaften Einschnitten verbundene Rettungspaket befürworten, hatten bei der Parlamentswahl am 6. Mai die Mehrheit verfehlt.

Griechen wollen Euro behalten
Jüngsten Umfragen zufolge wollen jedoch 72 Prozent der Griechen, dass die Parteien «um jeden Preis» zusammenarbeiten. Mehr als 78 Prozent fordern von einer neuen Regierung, alles zu tun, um Griechenland in der Eurozone zu halten. (fors;bat/sda/dpa)

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