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Donnerstag, 17.5.2012

Neue Schulden kommen Spanien teuer zu stehen

Spanien hat sich erfolgreich frisches Geld an den Kapitalmärkten beschafft. Für das krisengeschüttelte Euroland wird es jedoch immer teurer, neue Schulden zu machen - die Zinsen lagen deutlich höher als in den vergangenen Monaten. Besserung ist derzeit nicht in Sicht: Spanien befindet sich nun auch offiziell in der Rezession.

Händler in Madrid während einer Anleiheauktion: Spanien muss für neue Schulden wieder höhere Zinsen zahlen. (Reuters)

Spanien muss immer höhere Zinsen bieten, um neue Anleihen am Markt unterzubringen. Zwar war die Nachfrage nach den drei- und vierjährigen Staatsanleihen gross, die Zinsen lagen aber bei allen über dem Niveau der vorangegangenen Auktion. Für die vierjährigen Papiere sind nun sogar Zinsen von rund fünf Prozent fällig nach zuletzt 3,374 Prozent. Insgesamt flossen durch die Auktion fast 2,5 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen - das gesetzte Ziel wurde damit erreicht.

Am Sekundärmarkt, wo umlaufende Staatsanleihen gehandelt werden, hatten die Risikoaufschläge für spanische Papiere in den vergangenen Tagen Rekordstände erreicht. Die Renditen liegen im richtungweisenden zehnjährigen Laufzeitbereich seit Wochenbeginn spürbar über der kritischen Marke von sechs Prozent und nähern sich dem Niveau, ab dem Irland, Griechenland und Portugal Hilfsgelder beantragen mussten.

Moody's plant angeblich Rundumschlag
Neues Ungemach droht auch von der Rating-Front. Die Agentur Moody's plant einem Zeitungsbericht zufolge einen Rundumschlag gegen spanische Banken. Wie die spanische Finanzzeitung «Expansion» mit Bezug auf Insider berichtete, wollten die Bonitätsprüfer die Herabstufungen der Kreditwürdigkeit noch im Laufe des Tages bekanntgegeben. Moody's wollte den Bericht nicht kommentieren. Am Montag hatte sich die Agentur bereits den italienischen Bankensektor vorgeknöpft.

Eine Herabstufung der spanischen Banken käme zu einem kritischen Zeitpunkt: Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung den Sparkassenriesen Bankia teilverstaatlicht und die Banken gezwungen, ihre Risikopuffer zu erhöhen, um sich vor Abschreibungen auf Immobilienkredite zu schützen. Die Analysten von Moody's haben in dieser Woche bereits in einem Bericht darauf hingewiesen, dass spanische Banken durch die Rezession und die anhaltende Immobilienkrise gefährdet seien.

Rezession ist offiziell
Die Behörden bestätigten unterdessen, dass Spanien sich in der Rezession befindet. Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde betrug das Minus im ersten Quartal 0,3 Prozent verglichen zum vierten Quartal 2011. Zum Vorjahresquartal fiel der Rückgang mit 0,4 Prozent sogar noch grösser aus. Auch Ende 2011 war die spanische Wirtschaftsleistung bereits geschrumpft. Volkswirte gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftsschwäche auch noch über das erste Quartal hinaus fortsetzen wird. (ank, reuters/dpa)  

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