Pro-Europa-Parteien dürfen auf Wahlsieg hoffen
In Griechenland löst sich das Parlament bereits zwölf Tage nach der Wahl wieder auf. (Keystone)
In Griechenland können sich die Unterstützer des umstrittenen Sparkurses einer Umfrage zufolge überraschend Hoffnungen auf einen Sieg bei der Parlamentswahl Mitte Juni machen. In der ersten Erhebung seit dem Scheitern der Regierungsgespräche und der Ausrufung von Neuwahlen kamen die konservative Nea Dimokratia (ND) und die sozialistische Pasok zusammen auf genügend Mandate, um eine Regierungskoalition bilden zu können.
Der Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Marc zufolge würde die ND bei der Wahl mit 26,1 Prozent der Stimmen derzeit stärkste politische Kraft. Auf Platz zwei folgte die radikallinke Partei Syriza mit 23,7 Prozent, dahinter die sozialdemokratische Pasok mit 14,9 Prozent. Mit Stimmverlusten müssten die Kommunisten und die Faschisten rechnen, die bei der Wahl vor gut zwei Wochen überraschend stark abgeschnitten hatten - offenbar hatten viele Wähler ihnen aus Protest die Stimme gegeben.
Mögliche Trendwende
Bislang hatte die linke Syriza in Umfragen vorne gelegen. Die Radikallinken wollen zwar in der Eurozone verbleiben, den Sparpakt mit den internationalen Geldgebern aber einseitig aufkündigen. Dies schürte Sorgen, das schuldengeplagte Land könnte aus der Eurozone ausgeschlossen werden. Dies wiederum könnte zu einem Staatsbankrott führen - eine Vorstellung, die offenbar doch vielen Griechen Angst macht. Parlament tritt zusammen
Die Griechen hatten erst am 6. Mai ein neues Parlament gewählt. Danach waren allerdings alle Versuche einer Regierungsbildung gescheitert, weshalb es nun Mitte Juni schon wieder Neuwahlen gibt. Bei der Wahl Anfang Mai war Nea Dimokratia noch auf 18,85 Prozent, Syriza auf 16,8 und Pasok auf 13,2 Prozent der Stimmen gekommen. Entsprechend diesen Stimmanteilen kam das Parlament am Mittag zur Wahl eines neuen Präsidiums zusammen - und um sich kurz danach schon wieder aufzulösen. Dieser Schritt ist Voraussetzung für die Neuwahlen. (ank, sda/dpa/reuters)
