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Montag, 18.6.2012

Die grosse politische Unsicherheit bleibt bestehen

Nach den Wahlen in Griechenland deutet einiges darauf hin, dass es dieses Mal zur Bildung einer stabilen Regierung kommen wird. Bei der EU in Brüssel wird das wohl mit Erleichterung registriert - zumindest vorerst. Denn die Ungewissheit darüber, wie es mit dem Euro und Europa weitergehen soll, ist noch immer gross.

Griechenland bekommt wahrscheinlich eine Regierung, die die Sparpolitik weiterführen will - die Erleichterung darüber ist wohl aber nicht von langer Dauer. (Reuters)

Regierung der Nationalen Rettung für Griechenland?

Der griechische Wahlsieger Antonio Samaras hat sich unverzüglich an die Bildung einer Regierung gemacht, eine «mit langem Atem» soll es sein. Fragen an den Griechenlandkenner Niels Kadritzke, Redaktor bei «Le Monde diplomatique» in Berlin.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 18.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Griechen hoffen auf Kompromisse zum Wohl des Volkes

In Europa hat der Sieg der Konservativen Nea Dimokratia für Erleichterung gesorgt. Denn die Partei will am Sparkurs und am Euro festhalten. Doch wie sehen die Griechen selbst die Ergebnisse?

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 18.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Von EU-Korrespondent Urs Bruderer

Fürs Aufatmen ist es noch zu früh, doch Europa atmet jetzt mal durch. Denn der in den Augen vieler europäischer Politiker schlimmste Fall ist nicht eingetroffen. Nicht das Spar- und Reformprogramm-feindliche linksradikale Bündnis hat die Wahlen in Griechenland gewonnen, sondern die dem Programm freundlicher gesinnte konservative Partei.

Die Erleichterung ist nicht von Dauer
Erleichterung also. Doch die ist nicht von Dauer. Sie ist sogar schon fast wieder vorbei. Denn die für den Euro und die Eurozone so gefährliche Unsicherheit hält an. Unsicherheit darüber, ob - und wenn ja, wie schnell - die griechischen Politiker nach diesen Wahlen eine Regierung bilden können. Und - angenommen, eine Regierung kommt zustande - Unsicherheit darüber, wie diese Regierung sich in den Verhandlungen mit EU, IWF und EZB verhält.

Klar ist, man muss das Spar- und Reformprogramm überarbeiten. Offenbar wollen die Kreditgeber nur über die Zinsen und Laufzeiten der Darlehen für Griechenland reden, aber nicht mehr über die vereinbarten Spar- und Reformziele. Das wird der nächsten griechischen Regierung - egal, wie sie sich zusammensetzt - kaum reichen.

Spanien und Italien bleiben Sorgenkinder
Zu den Unsicherheiten um Griechenland kommen die Unsicherheiten im Rest der Eurozone. Angenommen, die Finanzmärkte vergessen das kleine Griechenland jetzt für ein paar Wochen, dann wenden sie sich einfach wieder den grossen Problemländern Spanien und Italien zu. Auch da herrscht Unsicherheit, weil beide Länder auf Dauer die Zinsen nicht verkraften, die die Finanzmärkte von ihnen für frisches Geld derzeit verlangen.

Viele Beobachter meinen, zur Rettung brauche die Eurozone jetzt einen grossen politischen Schritt - Eurobonds zum Beispiel - oder eine Bankunion oder eine beherzt eingreifende Zentralbank. Oder eine Kombination davon. Doch keiner dieser Schritte scheint derzeit politisch realisierbar. Politische Unsicherheit - daran leidet der Euro weiterhin. Und niemand weiss, wie lange er diese Unsicherheit noch aushält. (ank)

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