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Montag, 25.6.2012

Spanien beantragt offiziell Finanzhilfe

Spanien hat offiziell um europäische Notkredite für seine Banken gebeten. Der Kapitalbedarf wird auf 62 Milliarden Euro geschätzt, Details sind aber noch nicht bekannt.

Spanien braucht Hilfe: Finanzminister de Guindos mit Euro-Gruppenchef Juncker vor drei Tagen in Brüssel. (Archiv Keystone)

Zwei Wochen nach der Ankündigung hat Spanien offiziell Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds für seine maroden Banken beantragt. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos schickte den Antrag an Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Die spanische Regierung bittet um «finanzielle Unterstützung für die Rekapitalisierung der spanischen Finanzhäuser, die dies benötigen».

Eine Summe nennt die Regierung nicht. Nach gängiger Meinung dürfte Madrid maximal um 62 Milliarden Euro an Notkrediten bitten. Diese Zahl hatten zwei unabhängige Gutachten als höchstmöglichen Kapitalbedarf für den spanischen Bankensektor genannt. Die Euro-Partner hatten bereits bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Um Konditionen wird hart verhandelt
Der Brief enthält nach Angaben der staatlichen spanischen Nachrichtenagentur den formalen Hilfsantrag, nennt aber keine Details über die Modalitäten des Kredits. Die Konditionen müssen erst noch mit der Eurogruppe ausgehandelt werden. Dabei geht es vor allem um die Höhe der Zinsen und die Rückzahlungsfristen.

Die Regierung in Madrid geht davon aus, dass für den Kredit eine Rückzahlungsfrist von mehr als 15 Jahren und eine Schonfrist von fünf bis zehn Jahren festgelegt werde. Der Zinssatz werde zwischen drei und vier Prozent liegen.

Auflagen für spanische Banken
Im Gegenzug für die Milliardenhilfe muss Spanien seinen Finanzsektor reformieren, vor allem seine angeschlagenen Sparkassen. Im Extremfall könnte das auch die Schliessung einzelner Institute bedeuten. Die Verhandlungen sollen laut EU-Kreisen spätestens bis zum 9. Juli, dem nächsten Treffen der Euro-Finanzminister, abgeschlossen sein.

Viertes Land unter dem Rettungsschirm
Nach Griechenland, Irland und Portugal ist Spanien das vierte Euro-Land, das unter den Rettungsschirm schlüpft. Anders als in den anderen Fällen geht es dabei erstmals um spezielle Notkredite zur Stabilisierung des wankenden Bankensystems in Spanien. (webs;pet, dpa)

 

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