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Montag, 25.6.2012

Zypern verlangt Hilfe vom Euro-Rettungsschirm

Das war wegen der engen Verbindungen zum taumelnden Nachbarn Griechenland schon seit längerem erwartet worden: Mit Zypern beantragt nun das fünfte Euro-Land Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm.

Zypern spürt die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise in Griechenland und wollen nun auch Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm. (Keystone)

Zypern will als fünftes Land Unterstützung durch den Euro-Rettungsschirm. Der Inselstaat bittet seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM, wie die Regierung am Montag mitteilte.

Als Begründung verwies Zypern auf die Auswirkungen der Griechenland-Krise. Die Banken beider Länder sind stark miteinander verflochten. Kurz zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft und auf Ramsch-Niveau gesetzt.

Frage der Zeit
Zypern ist nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien das fünfte Euro-Mitglied, das ein Rettungsprogramm braucht. Die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum übernimmt am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz.

Die Entscheidung, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, war an den Finanzmärkten erwartet worden und galt zuletzt nur noch als Frage der Zeit.

Der zyprische Regierungssprecher Stefanos Stefanou hatte am Vortag gesagt, bei einem möglichen Antrag gehe es nicht nur darum, ob Zypern seine Banken retten könne, sondern auch um «notwendige Reformen, die durchgeführt werden müssen». Als Hauptproblem des Inselstaates gilt der eng mit den griechischen Geldhäusern verwobene Bankensektor.

Fast auf Ramsch-Niveau
Eine IWF-Sprecherin erklärte, dass beim Währungsfonds kein Hilfeersuchen eingegangen sei. Es handele sich um eine Sache zwischen einem Euroland und dem europäischen Rettungsschirm. Einen weiteren Kommentar wollte die Sprecherin nicht abgeben.

Die Ratingagentur Fitch hatte die Kreditbewertung Zyperns von «BBB-» um eine Stufe auf nunmehr «BB+» gesenkt. Damit rutscht die Bonitätsnote knapp in den Bereich der spekulativen Anlagen, die gemeinhin als Ramsch-Status bezeichnet werden. Zudem setzte die Agentur den Ausblick für Zypern auf «negativ». Damit ist in den kommenden Monaten eine weitere Herabstufung möglich. (basn, dpa)

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