Zinsen sinken für Italien trotz Herabstufung
Italien kommt bei Moody's schlecht weg. (Archiv Keystone)
Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Italiens nach unten korrigiert. Die Bonitätsnote wurde um zwei Stufen von «A3» auf «Baa2» gesenkt, wie Moody's mitteilte. Wegen der angespannten Lage in der Euro-Zone behielt die Ratingagentur zudem Italiens negativen Ausblick bei.
Kosten für Tilgung der Staatsschulden werden teurer
Das Risiko, dass Italien sich künftig nur für äusserst hohe Zinsen Geld an den Kapitalmärkten beschaffen könne, sei aufgrund des schwindenden Vertrauens der Märkte hoch, hiess es zu Begründung. Ein schwaches Wachstum und eine höhere Arbeitslosigkeit könnten Italien daran hindern, seine Ziele beim Defizitabbau zu erreichen.
Weniger Zins für Staatsanleihen
Trotz der Herabstufung durch Moody's hat sich die Refinanzierung von Italiens Schuldenberg etwas verbilligt. Rom lieh sich am Freitag zunächst rund 3,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt und musste den Investoren beim Verkauf von dreijährigen Staatsanleihen nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt.
Die durchschnittliche Rendite sank auf 4,65 Prozent und war damit so niedrig wie seit Mai nicht mehr. Bei der vorigen Emission im Juni lag sie mit 5,3 Prozent noch auf dem höchsten Stand seit Dezember. Die Nachfrage der Anleger war grösser als das Angebot, die Auktion war 1,7-fach überzeichnet. Italien wollte zudem Bonds mit einer Laufzeit bis 2019, 2022 und 2023 begeben.
Italien will bis 2013 Haushalt ausgleichen
Italien ächzt unter einer Schuldenlast von mehr als 1,9 Billionen Euro. Die Regierung in Rom nahm deshalb harte Einschnitte vor und setzte es sich zum Ziel, 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Hierfür hob sie unter anderem das Renteneintrittsalter an, kürzte Ausgaben und erhöhte die Mehrwert- und Immobiliensteuer. (mz;pet, sda)
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