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Freitag, 20.7.2012

Eurogruppe beschliesst Spanien-Hilfe

Spanien bekommt die ersehnte Hilfe für seine maroden Banken. Die Euro-Finanzminister billigten bis zu 100 Milliarden Euro. IWF-Chefin Lagarde begrüsste den Entscheid. Trotzdem stiegen die Zinsen für spanische und italienische Anleihen.

Spaniens Finanzminister Christobal Montoro kann aufatmen. (Reuters)

Spanier erhalten ersehnte Hilfe

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 20.7.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Europäische Investitionsbank soll Wachstum schaffen

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 20.7.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Nach wochenlangen Debatten ist der Hilfs-Plan im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro für Spaniens marode Banken endgültig unter Dach. Dies teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach eienr Videokonferenz der Euro-Finanzminister mit.

Das Geld soll in vier Tranchen an den spanischen Bankenrettungsfonds Frob überwiesen werden, um den Finanzsektor zu stabilisieren. Eine erste Tranche von 30 Milliarden Euro wird noch diesen Monat überwiesen.

Madrid muss marode Banken schliessen
Im Gegenzug für die Hilfe muss Madrid seinen Bankensektor neu ordnen: Alle Massnahmen müssen in Einklang mit den strengen EU- Beihilferegeln stehen. Nicht überlebensfähige Institute müssen abgewickelt werden. Zudem ist die Einrichtung einer Bad Bank für faule Kredite im Volumen von 25 Milliarden Euro vorgesehen.

Die Europartner verlangen von der Regierung auch eine Stärkung der Bankenaufsicht. Die entsprechende Vereinbarung soll in den kommenden Tagen mit Madrid unterzeichnet werden.

Stresstest für Spaniens Banken
Der genaue Betrag für das gesamte Programm steht noch nicht fest. Erst müssen sich die spanischen Geldhäuser neuen Stresstests unterziehen, mit denen ihre Krisenfestigkeit geprüft wird.

Die Hilfen sollen zunächst vom befristeten Euro-Rettungsschirm EFSF kommen. Später, wenn der ständige Rettungsfonds ESM eingerichtet ist, sollen die Hilfen aus diesem Topf kommen. Da in Deutschland das Bundesverfassungsgericht über Klagen gegen den ESM berät, verzögert sich die Einrichtung.

Höhere Zinsen für Spanien und Italien
In Spanien stieg der Risikoaufschlag für heimische Staatsanleihen im Verhältnis zu deutschen Papieren mit zehnjähriger Laufzeit auf einen neuen Rekordwert. Auch in Italien legte der Aufschlag zu, er liegt jedoch deutlich unter dem Höchststand vom Herbst 2011.

In beiden Ländern kletterten die Renditen für Schuldtitel: In Spanien liegt die Zehnjahresrendite wieder über der kritischen Schwelle von sieben Prozent, in Italien über sechs Prozent.

Neuer Rekord für spanische Anleihen
Für spanische Anleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit verlangten Investoren am Freitag einen Risikoaufschlag von bis zu 585 Basispunkten und damit so viel wie noch nie seit Einführung des Euro. Bei italienischen Schuldtiteln gleicher Laufzeit lag der Aufschlag bei 487 Punkten.

IWF ist zufrieden
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die europäischen Finanzhilfen für den spanischen Bankensektor begrüsst. Die Rekapitalisierung maroder spanischer Banken sowie die geplanten Reformen entsprächen den Forderungen und Empfehlungen des IWF, sagte Lagarde.

Die Umsetzung der Beschlüsse werde dazu beitragen, das Finanzsystem Spaniens entscheidend zu stärken. Es sei ein wichtiger Schritt, Wachstum und Wohlstand wiederherzustellen. (bat, reuters/dpa/sda)

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