Düstere Aussichten für Länder in der Euro-Krise
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht Athen mit einer weiteren Abstufung der ohnehin schon extrem niedrigen Kreditwürdigkeit. Die Bonitätswächter von S&P senkten den Ausblick für Griechenland auf «negativ», die aktuelle Einstufung bleibt bei «CCC». Bereits mit dieser Bewertung gelten die griechischen Anleihen jedoch als hochspekulativ. Die aktuelle Note liegt nur vier Stufen über einem Kreditausfall («D»). Auch bei den beiden anderen grossen Ratingagenturen steht das Land schlecht da: Bei Fitch hat Griechenland ebenfalls die Note «CCC», bei Moody's sogar nur noch «C».
Weitere Hilfsforderungen erwartet
S&P geht davon aus, dass Griechenland über die bisher vorgesehenen Mittel hinaus Hilfe aus dem Programm von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) braucht - für 2012 sieben Milliarden Euro. Dafür seien die Verzögerungen bei den Sparprogrammen verantwortlich. Hinzu komme ein sich weiter verschlechternder wirtschaftlicher Ausblick, teilte die Ratingagentur mit.
S&P erwartet in den Jahren 2012 bis 2013 ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Griechenland um zehn bis elf Prozent. Das wäre mehr als doppelt so viel, wie IWF und EU derzeit unterstellten. Der negative Ausblick reflektiere eine mögliche Herabstufung, falls es Griechenland nicht gelingen sollte, die nächste Auszahlung aus dem EU/IWF-Programm zu sichern.
Sparprogramm weiter in Arbeit
In Athen wird derzeit intensiv nach Wegen gesucht, das neue Sparprogramm unter Dach und Fach zu bringen. Auf die Eckpunkte hatte sich die griechische Regierung zuletzt mit ihren internationalen Kreditgebern geeinigt. Der Plan sieht vor, dass 2013 und 2014 gut 11,5 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem sollen abermals Renten drastisch gekürzt werden.
Das Sparprogramm ist Voraussetzung für weitere Finanzspritzen für Athen. Anfang September will die Troika aus Experten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF wieder ins Land kommen und prüfen, ob Athen seine Sparbemühungen tatsächlich umsetzt.
Unzufriedenheit in Italien
Auch Italien setzt den Rotstift bei den öffentlichen Ausgaben des hoch verschuldeten Landes an - trotz des anhaltenden Widerstands von Bürgermeistern, Regionalpolitikern und Gewerkschaften. Eine Mehrheit im Parlament sei allerdings unzufrieden mit dem Sparpaket, meinte am Mittwoch die liberale «La Stampa». Grosse Gewerkschaften planen am 28. September einen Generalstreik.
Mit einer Vertrauensabstimmung hatte die Regierung von Mario Monti am Dienstag Kürzungen von etwa 26 Milliarden Euro bis 2014 im Parlament zum Gesetz machen lassen.
Rückschlag für Spanien
Das schwer angeschlagene Euroland Spanien muss einen neuen Rückschlag verkraften. Im Juni ist die Industrieproduktion ein Stück weit stärker eingebrochen als befürchtet. Die spanische Industrieproduktion ist seit Februar 2011 nicht mehr gewachsen. (nab, dpa)
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