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Sonntag, 14.10.2012

Erneute Proteste gegen Sparpolitik in Portugal

Die Welle der Proteste gegen die Sparpolitik in Portugal reisst nicht ab. Tausende Menschen gingen in mehreren Städten des hoch verschuldeten Euro-Landes erneut auf die Strassen, um ihrem Ärger Luft zu machen und den Rücktritt der Regierung zu fordern.

Portugals Bevölkerung streikt erneut gegen die Sparpläne der Regierung.

Die Portugiesen streiken - und zwar bis in die Nacht. Eine von Künstlern organisierte Kundgebung ging in Lissabon erst am Samstagabend um ein Uhr morgens zu Ende. Unter dem Motto «Kultur ist Widerstand» protestierten in Lissabon nach Medienschätzungen rund 10'000 Menschen, darunter auch zahlreiche in Portugal sehr beliebte Musiker, Schauspieler und Schriftsteller.

Es gab Konzerte und viele Reden gegen die Regierung, gegen die Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sowie gegen das Sparprogramm, das zu tiefer Rezession und einer Rekordarbeitslosenrate von 15,9 Prozent geführt hat.

Dem Protest-Aufruf der Künstler folgten Tausende auch in Porto und anderen Städten. In Lissabon hatten vor den Künstlerprotesten Tausende an einer vom Gewerkschaftsdachverband CGTP organisierten Demonstration für mehr Arbeit teilgenommen.

Aufruf zum Generalstreik
Für den 14. November rief der CGTP zu einem Generalstreik auf. Die Proteste dürften sich aber schon am Montag fortsetzen. Bei einer «Umzingelung des Parlaments» will die Bewegung «Zum Teufel mit der Troika», die am 15. September den grössten Protest der vergangenen Jahrzehnte organisiert hatte, den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho fordern.

Am Montag will die Regierung den Sparetat für 2013 im Parlament zur Debatte vorlegen. Die genauen Massnahmen sind noch nicht bekannt, aber Finanzminister Vítor Gaspar räumte «enorme Steuererhöhungen» ein.

Die stärkste Oppositionspartei, die Sozialistischen Partei (PS), teilte mit, sie wolle diesmal gegen den Entwurf stimmen. Präsident Aníbal Cavaco Silva warnte unterdessen auf Facebook, man dürfe die Sparziele «nicht um jeden Preis durchsetzen» wollen. (fors, sda/dpa)

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