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Freitag, 19.10.2012

«Die Eurozone bleibt eine Risikozone»

Ein tiefgreifender Umbau der Eurozone muss kommen. So, wie der Euro heute funktioniert, führt er zu grossen Ungleichgewichten zwischen wirtschaftlich starken und schwachen Ländern, sagt DRS-Brüssel-Korrespondent Urs Bruderer.
Urs Bruderer (Information)
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Von Urs Bruderer

Auf Dauer sind die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone tödlich, darum muss aus der Währungsunion eine finanz- und wirtschaftspolitische Union werden. Diese grosse, schwierige Debatte wurde verschoben. Auf Dezember, sagen manche, aufs nächste Jahr andere, aufs Jahr 2014 dritte. Denn dann stehen Europawahlen an und der unvermeidliche Machtzuwachs für Brüssel wird dann auch öffentlich debattiert werden können.

Derzeit sieht es so aus, als ob alle irgendwie recht bekommen könnten. Weil Europa sich Zeit lässt. Und weil die Finanzmärkte sich vorübergehend beruhigt haben und Europa die Rückkehr zu seinem normalen politischen Arbeitstempo erlauben.

Das ist ein sehr langsames Tempo. Ein Tempo, das es souveränen Nachbarn ermöglicht hat, sich in sechzig Jahren in den Abhängigkeiten einer tiefen Rechtsgemeinschaft zu verstricken. Ein friedensförderndes Tempo, auch wenn der Frieden zuweilen damit erkauft wird, dass man so lange redet, bis alle am Tisch vor Müdigkeit umfallen.

Doch in der jetztigen Krise birgt dieses bewährte Tempo ein Risiko. Weil noch niemand weiss, ob auch diese Krise damit zu bewältigen ist. Ob die finanz- und wirtschaftspolitische Union in Schrittchen zu erreichen ist. Oder ob es dazu einen grossen Schritt braucht, wie ihn dieses Europa, wenn überhaupt, nur nehmen kann, wenn es von der Wirtschaftslage und den Finanzmärkten wieder in die Nähe des Abgrunds getrieben wird. Die Eurozone bleibt eine Risikozone. (pet)

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Bericht von Urs Bruderer zum EU-Gipfel (19.10.2012)
Hören (2:42)

Dossier, Letztes Update: Dienstag, 11.12.2012

Die Schuldenkrise in Europa

Wegen der immensen Staatsschulden einiger europäischer Länder steht die Gemeinschaftswährung Euro massiv unter Druck. Trotz eines Billionen-Rettungsschirms für Defizitsünder ist der Euro noch immer nicht über den Berg.  Mehr


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