«Die Eurozone bleibt eine Risikozone»
- Freitag, 14.12.2012: Griechenland will neue Steuern auf Aktiengewinnen
- Freitag, 14.12.2012: Ein Fahrplan für die Eurozone
- Donnerstag, 13.12.2012: Zentrale Aufsicht für Europas Banken
- Sonntag, 9.12.2012: Athen kann Schulden offenbar verringern
- Donnerstag, 6.12.2012: EZB belässt Zinsen auf Rekordtief
- Freitag, 30.11.2012: 18 Millionen Arbeitslose in der Eurozone
- Dienstag, 27.11.2012: Neue Milliardenhilfen für Griechenland
Von Urs Bruderer
Auf Dauer sind die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone tödlich, darum muss aus der Währungsunion eine finanz- und wirtschaftspolitische Union werden. Diese grosse, schwierige Debatte wurde verschoben. Auf Dezember, sagen manche, aufs nächste Jahr andere, aufs Jahr 2014 dritte. Denn dann stehen Europawahlen an und der unvermeidliche Machtzuwachs für Brüssel wird dann auch öffentlich debattiert werden können.
Derzeit sieht es so aus, als ob alle irgendwie recht bekommen könnten. Weil Europa sich Zeit lässt. Und weil die Finanzmärkte sich vorübergehend beruhigt haben und Europa die Rückkehr zu seinem normalen politischen Arbeitstempo erlauben.
Das ist ein sehr langsames Tempo. Ein Tempo, das es souveränen Nachbarn ermöglicht hat, sich in sechzig Jahren in den Abhängigkeiten einer tiefen Rechtsgemeinschaft zu verstricken. Ein friedensförderndes Tempo, auch wenn der Frieden zuweilen damit erkauft wird, dass man so lange redet, bis alle am Tisch vor Müdigkeit umfallen.
Doch in der jetztigen Krise birgt dieses bewährte Tempo ein Risiko. Weil noch niemand weiss, ob auch diese Krise damit zu bewältigen ist. Ob die finanz- und wirtschaftspolitische Union in Schrittchen zu erreichen ist. Oder ob es dazu einen grossen Schritt braucht, wie ihn dieses Europa, wenn überhaupt, nur nehmen kann, wenn es von der Wirtschaftslage und den Finanzmärkten wieder in die Nähe des Abgrunds getrieben wird. Die Eurozone bleibt eine Risikozone. (pet)
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