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Freitag, 24.8.2012

Reaktionen zum Breivik-Urteil grösstenteils positiv

Das Urteil gegen den Attentäter von Oslo und Utøya Anders Breivik ist in Norwegen überwiegend mit viel Erleichterung aufgenommen worden. Angehörige der Opfer und führende Politiker des Landes zeigten sich zufrieden vor allem darüber, dass die Richter den 33-Jährigen für schuldfähig erklärten.

Anders Behring Breivik bleibt vielleicht sein Leben lang hinter Gittern. (Keystone)

Überlebende zufrieden mit Breivik-Urteil

Beitrag aus Echo der Zeit vom Freitag, 24.8.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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«Erleichtert», «zufrieden» oder einfach «fertig» - so reagierten viele auf die Frage der Zeitung «Aftenposten» auf ihrer Internetseite nach dem Wort, das am besten zur Gefühlslage passe. Schon kurz nach der Urteilsverkündung hatten mehr als 1200 Menschen das Wort «erleichtert» angeklickt.

Mehrere Hundert wählten «fertig» oder «zufrieden», einige allerdings auch «gleichgültig» und «überrascht». Negative Reaktionen waren zunächst kaum zu sehen.

Die Richter hatten Breivik für zurechnungsfähig erklärt und die Höchststrafe verhängt: 21 Jahre mit Verwahrung.

Das sei die härteste Art, mit der man auf die Anschläge mit 77 Toten habe reagieren können, sagte der frühere norwegische Justizminister Knut Storberget. Storberget hatte kurz nach den Anschlägen am 22. Juli 2011 seinen Rücktritt als Minister erklärt.

Überlebende zufrieden mit Urteil
Überlebende des Massakers von Utøya meldeten sich nach dem Urteilsspruch im Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort. «Jaaaaaaaa!!!», twitterte Emma Martinovic. «Vorbei. Punkt», schrieb Viljar Hanssen, dem Breivik eine Kugel in den Kopf geschossen hatte. «Dieser Mist ist endlich vorbei, jetzt kann das Leben beginnen», schrieb Ingrid Nymön.

«Ich bin sehr erleichtert und froh über das Ergebnis», sagte auch der Utøya-Überlebende Tore Sinding Bekkedal der Nachrichtenagentur. Breivik sei eine pathetische und traurige, kleine Person. «Ich bin überzeugt, dass er verrückt ist, aber er ist es in seinen politischen Ansichten, nicht auf psychischer Ebene», sagte Bekkedal.

Es ist noch nicht für alle vorbei
Ein weiterer Überlebender sagte, er würde Breivik gerne im Gefängnis besuchen und «ihn 15 Minuten lang anschreien». «Ich will ihn nicht körperlich verletzen, denn mit Gewalt habe ich ein Problem, jetzt mehr als je zuvor», sagte Per Anders Langerod.

«Aber ich möchte ihn anschreien. Ich möchte ihm erklären, was für ein egomanischer Massenmörder er ist und wie er so vielen Menschen solch schrecklichen Schaden zugefügt hat.»

Breivik aus der Gesellschaft entfernt
«Das wichtigste für uns ist, dass er für den Rest seines Lebens aus der Gesellschaft entfernt wird. Wir wollen ihn in der Gesellschaft nicht haben», sagte Hege Löseth, die eine Selbsthilfegruppe gründete, nachdem ihre Tochter schwimmend von der Insel entkommen war.

«Das Urteil ist klar und deutlich. Es ist die härteste Strafe, die es in Norwegen gibt, und sie kann um je fünf Jahre verlängert werden», sagte Löseth. Viele Mitglieder ihrer Gruppe fühlten daher grosse Erleichterung.

Auch Alf Vederhus, dessen Sohn auf Utøya getötet wurde, begrüsste das Urteil. «Als Familie sind wir zufrieden damit, dass er für zurechnungsfähig erklärt wurde, und nun wohl ein Schlussstrich unter die Sache gezogen wird», sagte er der Zeitung «Verdens Gang».

Breivik sieht sich bestätigt
Breivik selbst hatte im Gerichtssaal mit einem Lächeln seine Zufriedenheit über das Urteil zum Ausdruck gebracht. «Er hat sich immer als geistig gesund betrachtet, er ist von dem Urteil daher nicht überrascht», sagte sein Anwalt Geir Lippestad. (wedj, sda/dapd/dpa/afp)

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