Opferzahlen nach unten korrigiert
Norwegens Fahnen im ganzen Land auf Halbmast (Keystone)
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Bei den blutigen Anschlägen vom Wochenende in Norwegen sind nach neusten Angaben weniger Menschen getötet worden als bisher kommuniziert. Die norwegische Polizei hat ihre Angaben zur Zahl der Toten nach den Attentaten vom Freitag deutlich nach unten korrigiert.
Weniger Tote auf Utøya - einer mehr in Oslo
Auf der Insel Utøya seien nicht 86, sondern 68 Menschen getötet worden, erklärte die Polizei in Oslo. Der grosse Unterschied sei mit der «sehr schwierigen Ermittlungslage» zu erklären.
Das gelte vor allem für die Suche nach Toten, Vermissten und Überlebenden auf der kleinen Insel und im Tyrifjord. Auf der Insel westlich von Oslo wird allerdings weiter nach Vermissten gesucht, hiess es. Je nach dem Ergebnis könnten sich die Zahlen nochmals ändern.
Die Zahl der Toten des Bombenanschlags im Zentrum der norwegischen Hauptstadt stieg dagegen von sieben auf acht. Damit gibt die Polizei die Gesamtzahl der Toten von beiden Anschlägen mit 76 an; bisher war man von 93 Toten ausgegangen.
Nationale Schweigeminute
Die neuen Opferzahlen dürften die Bestürzung und Trauer im skandinavischen Land kaum mildern. Im ganzen Land stehen die Fahnen auf Halbmast, und überall liessen die knapp fünf Millionen Bürger um 12 Uhr die Arbeit ruhen. Alle Eisenbahnzüge wurden zum Halten gebracht, in der Hauptstadt Oslo ruhte auch der Strassenverkehr.
«Zum Gedenken an die Opfer aus den Osloer Regierungsgebäuden und von Utøya erkläre ich eine Minute nationale Stille», sagte Stoltenberg vor der Aula der Osloer Universität. Nach der Schweigeminute trugen sich die Mitglieder der Königsfamilie als erste in ein ausgelegtes Kondolenzbuch ein. Bei regnerischem Wetter versammelten auf dem Vorplatz tausende Menschen.
Auch vor dem von einem Blumenmeer gesäumten Dom standen Tausende während der Schweigeminute. In den skandinavischen Nachbarländern Norwegens wurde ebenfalls landesweit eine Schweigeminute ausgerufen.
Stiefbruder von Mette-Marit getötet
Zu den Opfern des Massakers auf Utøya gehört offenbar auch ein Stiefbruder der norwegischen Prinzessin Mette-Marit. Wie die Zeitung «Dagbladet» am Montag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, wurde der 51-jährige Polizist Trond Berntsen erschossen, als er seinen zehnjährigen Sohn schützen wollte.
Eine Hofsprecherin sagte der Nachrichtenagentur NTB: «Die Gedanken der Prinzessin sind bei den nächsten Angehörigen.» Berntsens Vater war mit der Mutter Mette-Marits, Marit Tjessem, verheiratet.
Berntsen hielt sich privat im Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation auf. Unklar blieb, ob er dabei als Wachmann für die Veranstalter arbeitete. Ein Fahndungsprecher hatte am Sonntag angegeben, dass ein Polizist ausserhalb seines Dienstes diese Funktion ausgeübt habe.
Schweigeminute auch in Brüssel
Aus Solidarität mit den Opfern in Norwegen wurde auch in den Institutionen der EU eine Schweigeminute abgehalten, ebenfalls um 12 Uhr am Mittag. «Lasst uns vereint sein mit dem norwegischen Volk», rief etwa die Fischereikommissiarin Maria Damanaki im Namen der EU-Kommission auf. Norwegen ist selbst nicht EU-Mitglied. (brar, dpa/reuters)
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