Letzte Etappe der Parlamentswahlen in Ägypten
In Ägypten hat der dritte und letzte Wahlgang begonnen. (Reuters)
Während der dritten und letzten Etappe der ägyptischen Parlamentswahl sei der Andrang vor den Wahllokalen schon am Morgen gross gewesen, berichtete der Nachrichtensender Al-Jazira. Vor allem in der Provinz Nord-Sinai.
Zur Stimmabgabe kamen viele potenzielle Wählerinnen und Wähler der islamistischen Parteien - Frauen mit Gesichtsschleier sowie Männer mit kurzen Gewändern und Vollbärten. «Ich bin früh aufgestanden, um wählen zu gehen, noch bevor ich irgendetwas anderes mache», sagte Mostafa Mohammed Ali, ein Fabrikarbeiter aus dem Nildelta. «Es ist für mich gerade das Allerwichtigste, genau wie für das ganze Land.»
In der Region, die wesentlich ärmer ist als der Süd-Sinai mit seinen Touristenzentren, kommt es häufig zu Konfrontationen zwischen Beduinen, Islamisten, Schmugglern und den staatlichen Sicherheitskräften. In der südlichen Provinz Kena gingen am Morgen nur wenige Menschen zur Wahl. Einige Wahllokale öffneten verspätet, weil die Stimmzettel nicht rechtzeitig geliefert wurden.
Vorwiegend ländliche Provinzen
Der Wahlgang, der am Mittwoch fortgesetzt wird, umfasst vorwiegend ländliche Provinzen, in denen die Zugehörigkeit der Kandidaten zu einem bestimmten Clan von den Wählern oft stärker beachtet wird als deren politischen Aussagen.
Rund 14 Millionen Wählerinnen und Wähler in neun der 27 Provinzen des Landes waren aufgerufen, über 150 Parlamentssitze zu entscheiden. Es galt jedoch als unwahrscheinlich, dass sie den Ausgang noch beeinflussen können.
Moderate Islamisten am meisten Stimmen
In den ersten 18 Provinzen, wo im November und Dezember gewählt worden war, hatten die sogenannten moderaten Islamisten die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von den radikalen Islamisten der Partei des Lichts. Liberale und säkulare Gruppen, die massgeblich zum Sturz von Staatschef Hosni Mubarak beitrugen, spielten nur eine marginale Rolle.
Relativ faire Wahlrunden
Die erste freie Wahl nach dem Sturz von Machthaber Mubarak im Februar ist ein wichtiger Teil des geplanten Übergangs von einer Militär- zu einer Zivilregierung. Wahlbeoachter hatten die beiden ersten Wahlrunden als relativ fair und frei von Unregelmässigkeiten bezeichnet. Die Wahlen haben Ende November begonnen und wurden von Massenprotesten gegen den Militärrat überschattet, bei denen 17 Menschen ums Leben kamen. (basn, sda/dpa/reuters)
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