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Mittwoch, 2.5.2012

Tote bei Kundgebungen in Kairo

Bei Strassenschlachten sind in Ägypten mehrere Menschen getötet worden. Offenbar haben Unbekannte eine Kundgebung der radikalislamischen Salafisten angegriffen.

Wenige Wochen vor den Wahlen gibt es in Kairo immer wieder gewaltsame Zusammenstösse. (Keystone)

Drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Ägypten sind in Kairo Zusammenstössen zwischen Schlägertrupps und Demonstranten mehrere Menschen getötet worden. Ärzte berichteten von mehr 20 Toten, mehr als 160 wurden verletzt.

Demonstration angegriffen
Der staatlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge attackierten mit Gewehren und Schlagstöcken bewaffnete Männer in den frühen Morgenstunden die Demonstranten, die in der Nähe des Verteidigungsministeriums gegen Ägyptens Militärherrschaft protestierten.

Die Kontrahenten gingen auch mit Steinen aufeinander los. Das Militär schickte Soldaten in die Gegend, um die Kämpfe zu beenden. Diese liessen am Nachmittag nach.

Wahlkampf aus Protest unterbrochen
Viele der rund 600 Demonstranten waren Anhänger eines ultrakonservativen Salafisten-Scheichs, der von der Präsidentenwahl ausgeschlossen worden war. Zwei andere Kandidaten aus dem Islamisten-Lager setzten ihren Wahlkampf aus.

Der Vertreter der Muslim-Bruderschaft, Mohamed Mursi, wollte aus Respekt vor den Toten zwei Tage lang keinen Wahlkampf betreiben. Ein anderer führender Islamisten-Kandidat unterbrach seine Kampagne auf unbestimmte Zeit, um seinen Protest zum Ausdruck zu bringen.

Motivation der Angreifer unklar
Um wen es sich bei den Angreifern tatsächlich gehandelt hat, blieb unklar. Nach Angaben der Polizei stecken «wütende Anwohner, die gegen die ewigen Demonstrationen sind» hinter der Attacke.

Die «Revolutionäre» geben die Schuld dagegen dem Militärrat, der nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak im Februar 2011 die Macht übernommen hatte. Dieser würde Schlägertrupps dazu zu ermutigen oder sogar dafür zu bezahlen, dass sie friedliche Demonstrationen stören.

Die Ägypter sollen am 23. Mai zur Wahl gehen, um einen Präsidenten zu wählen. Danach sollen sich die Generäle theoretisch wieder aus der Politik zurückziehen. (luek, reuters/dpa/afp)

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