Kein Kandidat mit absolutem Mehr
Noch läuft in Ägypten die Auszählung der Stimmen. (Reuters)
Keiner der 13 Kandidaten hat in Ägypten im Kampf um die Nachfolge des im Vorjahr entmachteten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak eine absolute Mehrheit erreicht.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit kommt es im Juni zu einer Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, und dem früheren Mubarak-Luftwaffenminister Ahmed Schafik. Das geht aus inoffiziellen Verlautbarungen der Wahlkommission und Zählungen ägyptischer Medien hervor. Bisher sind rund 90 Prozent der Stimmen ausgezählt.
Lange hiess es, Schafik und der linke Kandidat Hamidien Sabbahi würden gleichaufliegen. Das offizielle Ergebnis der Wahl wird am Sonntag veröffentlicht.
Islamisten feiern
Nach Angaben der Muslimbrüder hatte Mursi bereits nach Auszählung der Stimmen aus knapp der Hälfte der Wahllokale mit 30,8 Prozent klar in Führung gelegen.
Die Muslimbrüder, die seit den Parlamentswahlen zur Jahreswende bereits die grösste Fraktion in der Volksvertretung stellen, feierten ihren Kandidaten schon in der Nacht zum Freitag als Sieger.
«Ein Alptraum»
Stehen sich in der Stichwahl am 16./17.Juni tatsächlich Mursi und Schafik gegenüber, wäre das laut DRS-Nahostkorrespondentin Iren Meier eine grosse Niederlage für die liberalen und säkularen Ägypter. Das wäre der «schlimmstmögliche Fall, ein Alptraum für die Revolutionäre».
Schafik ist ein vertrauter Mubaraks, die Personifizierung der Gegenrevolution. Würde er die Stichwahl gewinnen, würde das Regime und die Militärs praktisch weiterregieren. Auch ein konservativer Islamist wie Mursi wäre für die Revolutionäre eine bittere Niederlage.
Rund 50 Prozent Stimmbeteiligung
Der Sieger der zweiten Runde soll am 21. Juni feststehen. Danach will der seit Mubaraks Sturz im Februar 2011 regierende Militärrat die Macht abgeben. Hinter den Kulissen dürfte das mächtige Militär aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Rund 50 Millionen Ägypter waren am Mittwoch und Donnerstag aufgerufen, ihren künftigen Präsidenten zu bestimmen. Nach Angaben der Wahlkommission gingen landesweit rund die Hälfte der Wahlberechtigten zur Wahl. (luek;pet, dpa/sda/afp)
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