Mubarak liegt im Koma
Bereits im letzten Jahr wurde Mubarak mit dem Krankenwagen zum Prozess gefahren. (Keystone Archiv)
Neben den Machtspielen der Militärs und der Präsidentenwahl beschäftigt die Ägypter jetzt auch noch ihr ehemaliger Staatschef Hosni Mubarak. Nachdem die Staatsmedien den 84-Jährigen in der Nacht für klinisch tot erklärt hatten, hiess es am Morgen, Mubarak sei in einem Kairoer Militärkrankenhaus ins Koma gefallen und wurde an in einem Kairoer Militärkrankenhaus an lebenserhaltende Geräte angeschlossen.
Der klinische Tod bedeutet einen völligen Herz-, Kreislauf- und Atemstillstand. Dieser Zustand ist umkehrbar, wenn der Mensch innerhalb weniger Minuten wiederbelebt wird. Dies kann auch mit medizinischen Geräten geschehen.
Dramatisierte Meldungen
Der Gesundheitszustand von Mubarak ist in Ägypten schon monatelang ein Thema. Immer wieder hiess es, Mubarak sei dem Tode nahe. Diese Nachrichten erwiesen sich jeweils als übertrieben oder falsch. Laut DRS-Korrespondentin Iren Meier glauben viele Ägypter, das Militärregime dramatisiere den Gesundheitszustand von Mubarak willentlich, um damit die Lage zu beeinflussen.
Auch jetzt fragen sie sich, ob er wirklich todkrank ist oder ob seine ehemaligen Weggefährten vielleicht versuchen, die Lage zu dramatisieren, um seine Verlegung in ein Krankenhaus zu rechtfertigen.
Vor allem etliche ehemalige politische Gefangene hatten sich verbittert über eine «Sonderbehandlung» geäussert, die Mubarak ihrer Ansicht nach genossen habe.
Der Ex-Präsident war Anfang Juni wegen seiner Mitschuld am Tod von Demonstranten während der Massenproteste, die im Februar 2011 schliesslich zu seinem Rücktritt führten, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. (luek;pet, dpa)
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