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Sonntag, 24.6.2012

Islamist Mursi ist neuer Präsident Ägyptens

Ein Islamist wird neuer Präsident Ägyptens: Der Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, hat sich in der Stichwahl mit denkbar knappem Ergebnis durchgesetzt. Die Wahlkommission in Kairo erklärte am Sonntag, Mursi habe 51,7 Prozent der Stimmen erhalten.

Muslimbruder Mohammed Mursi ist der erste Präsident Ägyptens, der vom Volk gewählt wurde. (Keystone Archiv)

Islamist Mursi wird neuer Präsident Ägyptens

Der Muslimbruder Mohammed Mursi wird erster frei gewählter Präsident Ägyptens. Das gab die staatliche Wahlkommission kurz vor 17 Uhr in Kairo bekannt.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Sonntag, 24.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Erste Einschätzungen aus Ägypten

In Ägypten wurde das Ergebnis der Präsidenten-Stichwahl immer wieder herausgezögert. Jetzt ist klar: Muslimbruder Mohammed Mursi ist neuer Präsident wird. Karim el-Gawhary arbeitet als freier Journalist in Kairo und erklärt was das Resultat bedeutet.

Beitrag aus Echo der Zeit vom Sonntag, 24.6.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Der Muslimbruder Mohammed Mursi hat es geschafft und den früheren Ministerpräsidenten Ahmed Shafik in den Schatten gestellt. Sein Rivale kam demzufolge auf 48,3 Prozent der Wählerstimmen.

Die Beteiligung an der Stichwahl vom 16. und 17. Juni lag bei 51 Prozent. Unter den Anhängern Mursis, die sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt hatten, brandete Jubel auf, als das Ergebnis im Fernsehen verkündet wurde.

Historische Wahl
Die Wahl gilt als historisch. Nach einer Abfolge von Pharaonen, Königen, fremden Statthaltern und Generälen ist der 60-jährige Mursi der erste zivile Politiker an der Spitze des ägyptischen Staates. Mit ihm erobert die vor 80 Jahren gegründete Muslimbruderschaft das erste Mal das höchste Staatsamt.

Mursis Anhänger schwenkten Fahnen und riefen «Allahu Akbar!». Die Behörden waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf neue gewaltsame Auseinandersetzungen vorbereitet.

Vor der Bekanntgabe des Wahlergebnisses war es auf den Strassen Kairos still. Die Geschäfte blieben trotz des ersten Werktags der Woche geschlossen und die Menschen in ihren Häusern.

Unklares Machtgefüge
Auch mit der Wahl Mursis dürften die Machtkämpfe zwischen dem herrschenden Militärrat, den Islamisten und Kräften des arabischen Frühlings nicht enden. Die erste freie Wahl eines Präsidenten sollte das Ende der seit sechs Jahrzehnten bestehenden Dominanz der Streitkräfte einläuten.

Allerdings wird der neue Präsident nicht die umfassende Macht seines Vorgängers haben. Der Militärrat hatte für den Sieg des Kandidaten der Muslimbrüder vorgebaut und in der letzten Wahlnacht Verfassungsänderungen erlassen. Demnach hat Mursi ohne Zustimmung des Militärrates keinen Zugriff auf die Streitkräfte.

Das Militär betreffende Personal- und Finanzentscheide sind ihm vollkommen entzogen. Zudem liess der Militärrat das von islamistischen Parteien dominierte Parlament auflösen. Mehr als ein Jahr nach dem Sturz Mubaraks ist damit das Machtgefüge unklar.

Um Betrugsvorwürfen nachzugehen, hatte die Wahlkommission die ursprünglich für Donnerstag geplante Bekanntgabe des Ergebnisses auf Sonntag verschoben. Hinter der Verschiebung vermuteten viele Ägypter einen Versuch der Streitkräfte, sich der Forderung nach Demokratie mit aller Macht zu entziehen.

Wie krank ist Mubarak?
Der frühere General Schafik war der letzte Regierungschef unter dem gestürzten Präsidenten Mubarak. Viele Ägypter sehen den 70-Jährigen als Vertreter des alten Regimes. Wie Mursi hatte er sich im Vorfeld der Bekanntgabe des Wahlergebnisses zum Sieger erklärt.

Der Gesundheitszustand des früheren Machthabers Mubarak verschlechterte sich zuletzt dramatisch. Sicherheitsbehörden erkklärten, der 84-Jährige falle immer wieder ins Koma, sein Zustand stabilisiere sich aber.

Viele Ägypter verdächtigen die Generäle, die Verfassung ihres langjährigen, mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilten, Weggefährten zu dramatisieren, um ihm das Gefängnis zu ersparen. (basn, sda/reuters/dapd/afp)

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Dossier, Letztes Update: Dienstag, 11.12.2012

Ägypten nach dem Ende der Ära Mubarak

Unbeschreiblicher Jubel brandete unter den Demonstranten auf Kairos Tahrir-Platz auf, als der seit drei Jahrzehnten herrschende Präsident Hosni Mubarak am 11. Februar 2011 dem wochenlangen Druck der Strasse nachgab und seinen Rücktritt verkündete. Nach 17 Monaten der Herrschaft will das Militär nun Ende Juni die Macht an den im Juni 2012 gewählten Präsidenten - den Muslimbruder Mohammed Mursi - übergeben.


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