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Dienstag, 31.7.2012

Mursi schickt Israel eine Friedensbotschaft

Ägyptens neuer Präsident bemüht sich um eine Fortsetzung der Beziehungen zum Nachbarn Israel: Der islamistische Politiker hat dem jüdischen Staat eine Friedensbotschaft geschickt.

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi (reuters)

Mohammed Mursi, der gewählte Präsident Ägyptens, will die Beziehungen zum Nachbarn Israel stabil halten. Er schickte Israels Präsidenten Shimon Peres einen Brief, in dem die Friedensbereitschaft seines Landes mit dem jüdischen Staat bekundet.

«Ich freue mich darauf, gemeinsam die grössten Anstrengungen zu unternehmen, den Nahost-Friedensprozess wieder flott zu machen, um Sicherheit und Stabilität für alle Völker der Region - inklusive des israelischen Volkes - zu ermöglichen», zitierte das israelische Präsidentenamt am Dienstag aus einem Brief Mursis an seinen israelischen Amtskollegen Shimon Peres.

Der Wahlsieg des Mitglieds der Muslimbruderschaft hatte in Israel Befürchtungen ausgelöst, dass der grosse Nachbar das Friedensabkommen von 1979 aufkündigen könnte. Diese Sorge hatte Mursi schon Mitte Juli zu zerstreuen gesucht.

«Volk der Region»
Indem der Islamist nun die Israelis ausdrücklich als Volk der Region bezeichnete, setzte er sich auch deutlich von der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas ab. Sie gehört ebenfalls der Bewegung der Muslimbruderschaften an, bestreitet jedoch das Existenzrecht Israels.

Nach vier israelisch-arabischen Kriegen zwischen 1948 und 1973 waren die Beziehungen seit dem Friedensvertrag stabil gewesen. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubaraks Anfang 2011 hatten die Spannungen zwischen Kairo und Jerusalem zugenommen. Viele Ägypter stellen das Existenzrecht Israels in Frage.

Clinton erwartet Toleranz
US-Aussenministerin Hillary Clinton erinnerte Mursi an frühere Zusagen, auch in der Innenpolitik niemanden auszuschliessen oder zu benachteiligen. «Er hat versprochen, eine Regierung unter Beteiligung Aller zu ernennen und Frauen und Christen in hohe Führungspositionen zu heben», sagte Clinton.

Mursis in der Vorwoche ernannter Ministerpräsident Hischam Kandil will am kommenden Donnerstag das neue Kabinett vorstellen.

Der ägyptische Präsident traf in Kairo mit US- Verteidigungsminister Leon Panetta zusammen. Bei der Begegnung war auch der Vorsitzende des mächtigen Militärrates, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, anwesend. Über den Inhalt der Gespräche selbst wurde in Kairo nichts bekannt.

Mursi und der Militärrat ringen derzeit um die - seit dem Sturz Mubaraks im Februar 2011 nicht so klar definierte - Macht in Ägypten. (lin, sda)

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Dossier, Letztes Update: Dienstag, 11.12.2012

Ägypten nach dem Ende der Ära Mubarak

Unbeschreiblicher Jubel brandete unter den Demonstranten auf Kairos Tahrir-Platz auf, als der seit drei Jahrzehnten herrschende Präsident Hosni Mubarak am 11. Februar 2011 dem wochenlangen Druck der Strasse nachgab und seinen Rücktritt verkündete. Nach 17 Monaten der Herrschaft will das Militär nun Ende Juni die Macht an den im Juni 2012 gewählten Präsidenten - den Muslimbruder Mohammed Mursi - übergeben.


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