Mursi setzt sich für inhaftierten Journalisten ein
Mohammed Mursi lässt überraschend einen Journalisten frei. (Reuters)
Nur wenige Stunden nach der umstrittenen Inhaftierung eines kritischen Journalisten hat Ägyptens Präsident Mohammed Mursi die Entscheidung des Strafgerichts rückgängig gemacht.
Per Dekret ordnete Mursi am Donnerstagabend überraschend die sofortige Freilassung des Chefredakteurs der liberalen Zeitung «al-Dustour», Islam Afifi, an. Afifi soll der Prozess gemacht werden, weil er den Präsidenten beleidigt haben soll.
Eingehende Beratungen
In seinem Dekret verbat Mursi gleichzeitig jede Untersuchungshaft im Zusammenhang mit journalistischen Verfehlungen. Der Präsident hatte sich zuvor mit seinem Justizminister eingehend beraten. Nach Angaben des Staatsfernsehens gab der Generalstaatsanwalt noch am Abend die Order zur Freilassung Afifis weiter.
Afifi war nach Angaben des Staatsfernsehens zum Auftakt des gegen ihn angestrengten Prozesses wegen angeblicher Beleidigung des Präsidenten erschienen, als der Richter die Untersuchungshaft anordnete. Daraufhin kam es in der Stadtmitte zu einer spontanen Protestaktion.
Kritische Berichterstattung
Neben Afifi sollen demnächst noch zwei weitere Chefredakteure von Oppositionszeitungen sowie der Besitzer eines TV-Senders wegen kritischer Berichterstattung über den islamistischen Präsidenten Mursi vor Gericht gestellt werden.
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York hatte dem aus der Muslimbruderschaft stammenden Mursi in der vergangenen Woche vorgeworfen, er versuche, Kritiker aus den staatlichen Medien zu entfernen. (fors, sda/dpa/reuters)
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