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  • 11. September 2011
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Sonntag, 11.9.2011

Die Welt gedenkt der Terroropfer von 9/11

Mit Gedenkfeiern wurde in vielen Teilen der Welt an die Terroropfer vom 11. September erinnert. Von Sydney bis New York fanden Zeremonien statt, die an die 2982 Toten aus mehr als 90 Ländern erinnerten.

Bei den Anschlägen starken 2982 Menschen aus 90 Nationen. (Keystone)

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Mit Trauerfeiern und Schweigeminuten haben die USA und viele andere Staaten der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht. Angehörige lasen in New York am «Ground Zero» die Namen der 2982 Menschen vor, die vor zehn Jahren bei den Angriffen radikaler Islamisten auf die USA starben. Jeder neunte Tote war ein New Yorker Feuerwehrmann.

Damals waren zwei mit Passagieren besetzte, entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers gerast, die kurz darauf einstürzten. Eine dritte Maschine traf das Pentagon nahe Washington, eine weitere stürzte im Bundesstaat Pennsylvania ab.

Stille Feier in New York
Eine gemeinsame Dudelsackkapelle von Feuerwehr und Polizei eröffnete die ergreifende Gedenkfeier in New York. Ein Jugendchor sang die amerikanische Hymne. Als die Namen aller Opfer verlesen wurden, wischten sich viele Gäste die Tränen aus dem Gesicht. Einige hielten Fotos ihrer getöteten Angehörigen in die Höhe.

Hauptgäste waren US-Präsident Barack Obama und sein Vorgänger George W. Bush, die von ihren Ehefrauen begleitet wurden. Auf politische Reden wurde verzichtet. Obama rezitierte einen Psalm: «Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres.» Bush las aus einem Brief des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln an eine Mutter vor, die im Bürgerkrieg fünf Söhne verloren hatte.

Obama flog nach seinem Besuch in New York nach Shanksville weiter, um dort an der Trauerfeier für die 40 Opfer teilzunehmen, die in dem entführten «Flug Nummer 93» den Terroristen Widerstand geleistet hatten. Bereits am Vortag hatten die Ex-Präsidenten George W. Bush und Bill Clinton dort an einer Zeremonie teilgenommen.

Gedenkfeier auch in Bern
In Bern kamen rund 200 geladene Gäste in der US-Botschaft zusammen. An der Zeremonie nahmen Diplomaten und in der Schweiz lebende US-Amerikaner teil. «Die tragischen Ereignisse vor zehn Jahren haben uns nicht zuletzt auch stärker gemacht», sagte US-Botschafter Donald Beyer.

Beyer rief um 14:46 Uhr (MEZ) zu einer Schweigeminute auf - dem Zeitpunkt des ersten von zwei Angriffen auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York. Danach wurden von verschiedenen Teilnehmern Texte vorgelesen oder Reden gehalten.

London gedenkt auch seiner Toten
In London wurde in mehreren Veranstaltungen auch der 67 Briten gedacht, die bei den Anschlägen getötet worden waren. So versammelten sich etwa 2000 Menschen in der St. Paul's Cathedral zu einem Gedenkgottesdienst. Anwesend war auch Courtney Cowart, die aus den Trümmern des eingestürzten Nordturms gerettet worden war. Auf einer Gedenkveranstaltung am Grosvenor Square in London neben der US-Botschaft legten der Prince of Wales, Premierminister David Cameron und US-Botschafter Louis Susman Kränze nieder.

Deutschland mahnt zur Toleranz
Bundespräsident Christian Wulff nannte die Anschläge einen «Angriff auf uns alle». Er betonte bei einem Friedenstreffen in München: «Für Judentum, für Christentum und für den Islam gilt: Religion gibt keine Lizenz zum Töten, Religion ist ein Weg, das Leben dankbar anzunehmen, das Leben gottgefällig und menschenwürdig zu gestalten.» Der entscheidende Weg zum Frieden sei, eine Allianz der Kulturen und Weltreligionen zu schmieden.

Papst ruft zur Solidarität auf
Papst Benedikt XVI. betete im italienischen Ancona für die Opfer und ihre Angehörigen. Zugleich rief er in einer Messe dazu auf, «Gewalt als Lösung von Problemen abzulehnen». Vor 100 000 Gläubigen forderte das Oberhaupt der Katholiken dazu auf, «der Versuchung des Hasses zu widerstehen und sich in der Gesellschaft an die Grundsätze der Solidarität, der Gerechtigkeit und des Friedens zu halten».

Israel und Russland: Kampf gegen Terror geht weiter
Nach Ansicht von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist die Auseinandersetzung mit Terror noch in vollem Gange. «Der Kampf ist noch nicht vorüber, wir befinden uns immer noch in seinem Mittelpunkt», sagte er in Jerusalem.

Auch Russland bekräftigte seine Bereitschaft zum internationalen Kampf gegen den Terrorismus. Die Welt sei Zeuge einer zunehmenden Radikalisierung in vielen Regionen, teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Die Attentäter von New York hätten vor allem Angst säen wollen. Aber ihr Plan sei nicht aufgegangen.

Gedenkfeiern auch in Ozeanien
Bei einem Gottesdienst in New Plymouth in Neuseeland kamen hunderte Menschen zusammen, unter ihnen auch die Mitglieder des amerikanischen Rugby-Teams, das derzeit für die Weltmeisterschaft im Land ist.

US-Botschafter David Huebner, dessen Bruder den Anschlag auf das World Trade Center überlebte, verurteilte bei der Veranstaltung den «brutalen Mord an 2982 Menschen», lobte aber auch einen «Triumph der menschlichen Güte» nach den Attacken.

Auch in Malaysia und Australien gedachten Familien ihrer Angehörigen, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center getötet wurden. In Tokio verharrten Trauernde vor einem Stück Stahl von Ground Zero in Erinnerung an Bankangestellte, die bei den Anschlägen ihr Leben verloren. (bat, sda/reuters/dpa)

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