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Montag, 26.11.2012

Nicht alles lag in Adobolis Verantwortung

Der Investmentbanker, der der Grossbank UBS vor einem Jahr einen Verlust von 2.3 Milliarden US Dollar beschert hat, ist an dem Debakel nicht alleine schuld. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma will die UBS nun viel engmaschiger kontrollieren. Die britische Finanzmarkautsicht büsst die Grossbank mit 44 Millionen Franken.

Die UBS wird nun engmaschiger kontrolliert (Keystone)

Kopfschütteln in Bundesbern

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 26.11.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

«Die schlimmsten Erwartungen übertroffen»

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 26.11.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Finma will UBS engmaschiger kontrollieren

Beitrag aus Echo der Zeit vom Montag, 26.11.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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Von Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann

Für eine Bank, die durch einen einzigen Händler 2.3 Milliarden verloren hat, sind 44 Millionen Franken nicht viel. Und doch glaubt die britische Financial Service Authority FSA mit dieser Busse klar zu signalisieren, dass sie solche Geschäfte nicht toleriert. Der Skandal habe nicht nur der UBS Verluste beschert, sondern das Vertrauen in den gesamten Finanzmarkt geschwächt, schreibt die FSA.

Erhebliche Mängel stellt auch die Finma bei der UBS fest , wie Finma-Sprecher Tobias Lux festhält: «Das Verfahren der Finma hat aufgezeigt, dass es im Risikomanagement und im Kontrollumfeld der Investmentbank der UBS schwerwiegende Mängel gegeben hat.»

Tageslimiten mehrfach überschritten
Konkret seien Adobolis Tätigkeiten zu wenig häufig, zu wenig genau und mit zu wenig Fachwissen kontrolliert worden. Und wenn im System trotzdem einmal die Alarmglocken geläutet hätten, seien diese ignoriert worden. So habe Kweku Adoboli mehrfach die für ihn geltenden Tageslimiten überschritten - ohne dass jemand nachgefragt habe.

Hätte die Bank ernsthaft kontrolliert und die Risiken seriös eingeschätzt, wären ihr Adobolis Machenschaften viel früher aufgefallen. Auch die Finma hat nicht rechtzeitig reagiert. Lux meint dazu, zu erwarten, dass die Aufsichtsbehörde bis auf die Ebene eines einzelnen Händlers beurteilen könn, ob die Kontrollen und das Risikomanagement angemessen seien, «wäre sicher eine Überforderung. »

Auf höherer Ebene ansetzen
Die Finma müsse auf höherer Ebene in der Bank ansetzen und das habe sie auch getan. Wie heute bekannt wurde, hat die Finma der UBS Investmentbank bereits vor einem Jahr jegliche Akquisition verboten. Zudem muss die Bank seither jedes neue Geschäft, dass möglicherweise die Risiken vergrössert der Finma zur Prüfung vorlegen.

UBS-Mediensprecherin Dominique Scheiwiller sagt, die UBS habe bei den Untersuchungen vollumfänglich kooperiert und akzeptiere das Ergebnis und die damit verbundenen Strafzahlungen.

Klar ist, dass die Finma-Massnahmen entscheidend zum massiven Umbau der UBS Investmentbank beigetragen haben. Erst vor drei Wochen hat die Grossbank bekannt gegeben, dass sie sich aus verschiedenen riskanten Geschäften zurück zieht und weltweit 10'000 Stellen abbaut.

Wie die Unternehmenskultur ändern?
Weniger riskante Geschäfte  und neue, strengere Regeln sind beide wichtig. Adoboli wurde jedoch nicht nur wegen mangelnder Regeln zum Zocker, sondern weil die Unternehmenskultur der UBS seine hochriskanten Geschäfte zuliess, wenn nicht sogar förderte.

Wie die UBS diesen Punkt, die Unternehmenskultur ändern soll, dazu sagen die Berichte der Schweizer Finanzmarktaufsicht und der britischen Financial Service Authority jedoch nichts. (lin)

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