Harte Massnahmen nach Ausschreitungen gefordert
Nach dem Wurf von Rauchpetarden in die gegnerische Fanzone wurde das Spiel abgebrochen. (Keystone)
In der 78. Spielminute hat Schiedsrichter Sascha Kever das Zürcher Derby zwischen GC und dem FC Zürich abgebrochen. Vermummte Hooligans, brennende Fackeln, verängstigte Zuschauer, weinende Kinder: Im Zürcher Stadion Letzigrund spielten sich wüste Szenen ab. Die Sicherheit der Spieler sei in Gefahr gewesen, begründet Kever seinen Entscheid.
Offenbar starteten die Krawalle im GC-Fansektor. Fackeln flogen hin und her, Fans beider Teams überschritten die Abschrankungen und stürmten auf die Tartanbahn. Auf der Tribüne versuchten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer vor den Chaoten und den Petarden in Sicherheit zu bringen. Sicherheitskräfte schritten ein.
Stadt Zürich will Vorfälle genau untersuchen
Zuständig für die Sicherheit im Stadion ist grundsätzlich die Betreiberin, das Zürcher Schul- und Sportdepartement. Wie Sprecher Marc Caprez gegenüber Schweizer Radio DRS erklärte, sei das Sicherheitskonzept im Letzigrund von der Schweizerischen Fussballliga abgesegnet und es habe durchaus stand gehalten.
Den Hooligans sei es nicht gelungen in den gegnerischen Fansektor einzudringen. Es sei jedoch eine Extremsituation eingetreten: Eine sehr kleine und sehr gewalttägige Gruppe habe für eine chaotische Phase gesorgt. «Ich als Augenzeuge hatte aber das Gefühl, dass die Sicherheitsleute das sehr schnell in Griff hatten.»
Die Vorfälle seien «absolut untolerierbar», so Caprez. Die Situation müsse nun mit allen Beteiligten sehr, sehr gründlich analysiert werden, dazu gehörten die Vereine, die Sicherheitsleute, die Stadt – einfach alle. Erst nach dieser Analyse könne man die richtigen Schlüsse ziehen. Eine Folge könnte laut Caprez sein, dass die Spiele konsequent abgebrochen werden, wenn sich die Zuschauer nicht an die Regeln halten.
Harte Massnahmen gefordert
«Der Fussball hat heute verloren», sagte Schiedsrichter Kever am späten Sonntagabend. Für ihn als Unparteiischer sei es ein sehr schwerer Entscheid gewesen, das Spiel abzubrechen. «Das tut mir sehr leid als Sportler.»
Klub-Vertreter, Liga-Exponenten und Stadionbetreiber sind sich einig: Mit diesen Vorkommnissen ist ein Tiefpunkt im Schweizer Fussball erreicht. Sie fordern ein hartes Durchgreifen. FCZ-Präsident Ancillo Canepa: «Ich bin sofort dafür, dass man mit diesen Minderheiten hart, hart umgeht; schnell verurteilt und dann ins Gefängnis bringt.»
Konsequenzen sollen umgegesetzt werden
Allerdings wurden solche Forderungen auch in der Vergangenheit immer wieder gestellt, auch bei weniger gravierenden Ereignissen. Doch sobald es darum ging, konkrete Massnahmen zu beschliessen, wurde der Ball zwischen Liga, Klubs und Politik hin und her geschoben.
Das solle nun anders werden, sagte Christian Schöttli, Sicherheitsverantwortlicher des Schweizer Fussballverbandes. Gegenüber Schweizer Radio DRS versicherte er, es gelte jetzt ganz genau zu analysieren, was die Gründe seien für diese Ereignisse und dann «die entsprechenden Konsequenzen abzuleiten und umzusetzen». (reist/bat)
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