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Montag, 3.10.2011

Kantone wollen gegen Hooligans durchgreifen

Seit Jahren ist ein Gezerre um Massnahmen gegen Gewalt in und um Fussballstadien im Gang. Nun wollen die Kantone im Alleingang die Gesetze verschärfen, um den Clubs Auflagen machen zu können.
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Von Inlandredaktorin Karoline Arn

Die Kantone wollen der eskalierenden Gewalt in und um Fussballstadien nicht mehr länger zuschauen. Das «Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen» soll zu einem  interkantonalen Gesetz aufgewertet werden.

Notfalls könne dies auch gegen den Willen der Sportverbände durchgesetzt werden, gibt sich Roger Schneeberger, der Generalsekretär der Kantonalen Justiz und Polizeidirektoren-Konferenz (KKJPD), gegenüber Schweizer Radio DRS überzeugt.

Vorstösse für griffige Massnahmen gegen Hooligans sind auf politischer Ebene immer wieder gescheitert. Die Diskussion um den richten Umgang mit Hooligans dreht sich seit Jahren im Kreis, wofür die Kantone vor allem die Fussballclubs verantwortlich machen.

Problem des Hooligansismus wieder grösser
Bei den kantonalen Stellen erachtet man das Problem als dringend, wie Schneeberger erklärt. In den letzten Jahren habe die Gewalt in und um Fussballstadien wieder in besorgniserregendem Ausmass zugenommen.

Abhilfe könnten Sitz- statt Stehplätze oder Alkoholverbote schaffen. Aber auch bessere Eintrittskontrollen seien wichtig, damit keine Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen könnten.

Häufig kämen die Fans knapp vor dem Anpfiff und verursachten dann ein Gedränge, worauf man aus Sicherheitsgründen die Tore mehr oder weniger öffenen müsse, ohne gross kontrollieren zu können. Dahinter vermutet Schneeberger Strategien, die durchbrochen werden müssten. Nötig seien auch gezielte Ausweiskontrollen, um Stadionverbote durchzusetzen. Dies werde momentan getestet.

Widerstand von der Liga
Bei der Liga stossen genau solche Massnahmen auf Widerstand. Jörg Häfeli, Professor für soziale Arbeit in Luzern und Präsident der Fan-Kommission der Swiss Football League glaubt, die Sicherheitsauflagen beim Eingang in die Stadien seien heute schon relativ hoch. Dennoch sei es nach wie vor «sehr sehr schwierig» pyrotechnisches Material sicherzustellen. Häfeli hält auch wenig von Alkoholverboten oder Sitz- statt Stehplätzen.

Die Massnahme verstärkter Ausweiskontrollen erachtet die Swiss Football League für nicht umsetzbar, weil gewisse Gruppen sich weigern würden, ihren Ausweis zu zeigen. Sprecher Roger Müller sagt: «Als wir das vor fünf Jahren probierten, eskalierte die Situation. Wir waren nicht in der Lage, diese in den Griff zu kriegen.» Die gewaltbereiten Fans seien darauf in andere Sektoren abgewandert, was das Problem nur noch verschärft habe.

Spiele unter Vorschriften bewilligen
Wenn es um Massnahmen geht, die sie direkt betreffen, ist die Liga zurückhaltend. Sie möchte vor allem, dass die Polizei ihren Einsatz ausserhalb der Stadien verstärkt.

Bei den Sicherheitsverantwortlichen der Kantone verfolgt man jedoch eher einen Ansatz, den die Fussballclubs stärker in die Pflicht nähme. So müssten die Clubs für ihre Spiele jeweils eine Bewilligung beim Kanton einholen, die an Vorschriften gebunden wäre. Vorstellbar wären Anweisungen über Sitzplätze, Zugangskontrollen oder den Alkoholverkauf.

Über solche Aussichten ist die Liga allerdings wenig erfreut: Müller von der Swiss Football League betont, man sei der Meinung, das Problem müsse gemeinsam angegangen werden: Eine einseitige Lösung durch die Politik sei der falsche Ansatz, das habe man schon immer gesagt.

Die Kantone werden voraussichtlich bis Mitte des nächsten Jahres über neue Gesetze entscheiden. Die Ereignisse vom Sonntag werden diesen Bestrebungen wohl neuen Auftrieb geben. (brar)

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Kantone bereiten Gesetze vor. (Karoline Arn, 3.10.2011)
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