Walter: «Für Partei und Fraktion»
Hansjörg Walter will Bundesrat werden. (Keystone)
Der überraschend nominierte SVP-Bundesratskandidat Hansjörg Walter hat im «Tagesgespräch» von Schweizer Radio DRS noch einmal erläutert, warum er am 14. Dezember antreten will. «Ich habe beurteilen müssen: Will ich das machen?», so Walter. Dabei hätten die Partei und vor allem auch die Fraktion im Mittelpunkt gestanden.
Walter war erst vergangenen Montag mit einem Glanzergebnis zum Nationalratspräsidenten gewählt worden. Auf diese Aufgabe hat sich der Thurgauer nach eigenen Worten gefreut - eine Bundesratskandidatur sei für ihn deshalb gar nicht in Frage gekommen. Gleichwohl habe er sich schon früher mit dem Gedanken befasst. «Das hat mich immer gereizt.»
«Die Grenzen haben sich verschoben»
Dass er noch vor wenigen Tagen in einem Interview mit der NZZ eine Kandidatur mit dem Satz: «Man muss seine Grenzen kennen» ausgeschlossen hatte, steht für Walter nicht im Widerspruch zu seinem jüngsten Entscheid. «Die Grenzen haben sich verschoben», so Walter. «Es ist eine neue Situation entstanden.» Die Fraktion habe nach einer Person gesucht, die politisch breit aufgestellt sei, liberale Grundhaltungen vertrete, integrativ wirke und auch zu einer Konkordanzpolitik stehe. «Dafür habe ich mich zur Verfügung gestellt.»
Angesprochen auf Kritik, seine Kandidatur sei nicht mit dem Amt des Nationalratspräsidenten ist, versicherte Walter, er werde das Mandat nicht missbrauchen. Er habe sich ab sofort von den Vorbereitungen der Bundesratswahl zurückgezogen. «Der Ablauf wird nun ohne mich vorbereitet.» (ank)
