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Mittwoch, 14.12.2011

Berset: «Am Ende muss man immer eine Lösung finden»

Das Parlament habe gezeigt, dass es keine Spiele mehr wolle. Das sagte der neugewählte Bundesrat Alain Berset im Gespräch mit Schweizer Radio DRS. Bei der Wahl habe ihm sicher auch seine Kompromissfähigkeit geholfen.

Der neue Bundesrat Alain Berset. (Reuters)

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Von Bundeshausredaktorin Elisabeth Pestalozzi

Schweizer Radio DRS: Alain Berset, Sie sind ein passionierter Leichtathlet. War der Weg in den Bundesrat ein Hindernislauf oder ein Marathon?
Bundesrat Alain Berset: Politik zu machen ist eher ein Marathonlauf. Politik ist eine langfristige Arbeit. Das galt in der Vergangenheit als Ständerat, das gilt aber sicher auch für die Zukunft als Bundesrat.

Sie haben doppelt so viele Stimmen gemacht wie Ihr Konkurrent, der Waadtländer Staatsrat Pierre-Yves Maillard. Wie sehr half Ihnen dabei Ihre Verankerung im Ständerat?
Das ist schwierig zu beurteilen. Die Wahlen sind geheim, es ist nicht möglich zu wissen, wer wie abgestimmt hat. Aber ich habe gespürt, dass das Parlament rasch entscheiden wollte. Das Parlament wollte klar sagen: Wir wollen ein Team, wir wollen eine Regierung, wir wollen keine Spiele.

War es Ihre Konzilianz und Ihre Kompromissfähigkeit, die Ihnen geholfen hat?
Das war sicher auch ein Punkt. Ich bin seit acht Jahren im Ständerat - ich habe den Ständerat auch präsidiert und alle, die mit mir gearbeitet haben, wissen wie ich funktioniere. Ich kann schon stark debattieren, aber am Ende muss man immer eine Lösung finden. Im Ständerat habe ich sehr rasch erfahren, dass man alleine nichts erreicht, man muss immer Mehrheiten finden.

Sie wurden bereits mit 31 Ständerat, mit 36 waren sie Ständeratspräsident und mit 39 sind sie nun Bundesrat, wohin soll das führen?
In den nächsten Jahren werde ich im Bundesrat sein, um die Zukunft des Landes gemeinsam mit meinen Kollegen zu gestalten und ein Departement zu führen. Ich glaube, wir stehen vor grossen Herausforderungen. Wir wissen, dass die wirtschaftliche Lage nicht so einfach ist und nicht so einfach wird in den nächsten Jahren. Wir haben Sorgen wegen den Arbeitsplätzen und wegen den Unternehmen in der Exportwirtschaft. Diese Herausforderungen müssen wir zusammen bewältigen.

Sie haben einen politischen Sprint hingelegt. Wie werden sie mit ihrer Jugendlichkeit den Bundesrat verändern?
Ich bin bald 40 Jahre alt. Das heisst, etwa die Hälfte der Bevölkerung ist älter und die andere Hälfte ist jünger als ich. Es ist gut, dass verschiedene Personen mit verschiedenen Erfahrungen im Bundesrat sitzen. Damit kann man sicher ein gutes Team bilden.

Wissen Sie schon, welches Department Sie gerne übernehmen möchten?
Man muss offen sein. Der Bundesrat entscheidet. Ich bin bereit, alle Departemente zu übernehmen. In den letzten Jahren habe ich mehr in der Aussenpolitik oder in der Finanz- und Wirtschaftspolitik gearbeitet. Aber für mich sind alle Departemente möglich. (luek)

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Elisabeth Pestalozzi im Gespräch mit SP-Bundesrat Alain Berset (14.12. 2011)
Hören (3:26)


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