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Freitag, 16.12.2011

«Freunde gewinnen, Verlässlichkeit ausstrahlen»

Bei der Verteilung der Departemente geht es heute auch darum, wer die Schweiz künftig gegen aussen vertritt. Was muss der neue Chef, die neue Chefin für das EDA mitbringen? Antworten des langjährigen EDA-Spitzenbeamten Walter Fust auf Schweizer Radio DRS.

Vereidigung der neu formierten Landesregierung vor der Vereinigten Bundesversammlung. (Keystone)

Der neue Bundesrat entscheidet heute über die Verteilung der Departemente - und damit auch darüber, wer neuer Aussenminister oder neue Aussenministerin wird. Der neugewählte Alain Berset kann sich durchaus vorstellen, das Amt zu übernehmen. Aber auch VBS-Chef Ueli Maurer und Gesundheitsminister Didier Burkhalter sind im Gespräch.

«Er muss sich Freunde machen können»
Welche Voraussetzungen braucht es heute für das Spitzenamt im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA)? Der neue Aussenminister oder die neue Aussenministerin müsse sprachlich versiert sein, interkulturell kompetent und selbstbewusst, sagt dazu Walter Fust, langjähriger Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) im EDA. Damit nicht genug: «Er muss sich auch Freunde machen können.»

Der neue EDA-Chef müsse zudem wissen, «dass Aussenpolitik nur dann nachhaltig sein kann, wenn sie innenpolitisch abgestützt ist - wenn also die Politik im Bundesrat gestaltet wird», so Fust in einem Gespräch mit Schweizer Radio DRS. In den vergangenen Jahren sei immer deutlicher geworden, dass die Aussenpolitik der verlängerte Arm der Innenpolitik sei.

Verhältnis zur G-20 klären
Eine Herausforderung sieht Fust im künftigen Verhältnis zu Europa. «Das wird zweifelsohne viel schwieriger in Zukunft, weil gewisse Spielräume ausgeschöpft sind und neue Wege gegangen werden müssen.» Für die Schweiz werde es enorm wichtig werden, wie sie ihr Verhältnis zur G-20 gestalte. Erreicht werden müsse, «dass sie nicht einfach aussen vor gelassen wird, sondern möglichst eine Form des Zugangs erwirken kann.»

Der neue EDA-Chef oder die neue EDA-Chefin müsse verhindern, dass Schweiz weiter isoliert wird. Es gehe darum, «dass sie wieder Freunde gewinnt, dass sie Verlässlichkeit ausstrahlt». Wenn der Aussenminister «echt» sei und als das wahrgenommen werde, «dann wird ihm oder ihr das auch gelingen». (ank)

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