Italien muss rekordhohe Zinsen zahlen
Ollie Rehn und Mario Monti posieren nach ihrem Treffen für die Medien. (Keystone)
Die ungarische Regierung hat die Abstufung der Kreditwürdigkeit des Landes als «spekulativen Angriff» bezeichnet. Die Ratingagentur Moody's sagt dem Land jedoch eine schlechte Zukunft voraus. Mehr
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Nach dem Regierungswechsel muss Italien für neues Geld so viel Zinsen zahlen, wie noch nie. Der hoch verschuldete Staat konnte sich zwar am Kapitalmarkt wie geplant 10 Milliarden Euro leihen.
Für Papiere mit sechsmonatiger Laufzeit muss er dafür aber einen durchschnittlichen Zins von 6,5 Prozent zahlen. Für eine zweijährige Anleihe sogar einen Zins von 7,8 Prozent. Höhere Zinssätze wurden seit Einführung des Euro noch nie von Italien gezahlt, teilte die Notenbank mit.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte unmittelbar vor der Versteigerung versucht, durch den Kauf italienischer Staatsanleihen am Markt die Zinsen zu drücken, sagten Händler. Im Oktober lagen sie mit 3,5 und 4,6 Prozent noch deutlich tiefer.
Riesiger Schuldenberg
Der langjährige Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am 12. November seinen Rücktritt eingereicht. Sein Nachfolger Mario Monti will mit einer Übergangsregierung von Technokraten Reformen anstossen, um das Vertrauen der Finanzmärkte in den Sparwillen des Landes zurückzugewinnen.
Italien sitzt auf einem riesigen Schuldenberg, der 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Angesichts der Konjunkturflaute dürfte es der Regierung schwer fallen, die Neuverschuldung zu drücken.
EU macht Druck
Genau dies verlangt jedoch die EU. EU-Währungskommissar Olli Rehn reiste für Gespräche unter anderem mit dem neuen Regierungschef nach Rom. Die Kommission überwacht die römischen Sparmassnahmen.
Bis Mitte nächster Woche wolle sie ihren ersten Bericht vorstellen, sagte Rehn. Italien stehe vor aussergewöhnlichen Herausforderungen. Neben der Konsoidierung des Haushaltes seien ehrgeizige Massnahmen notwendig, um Wachstum zu erreichen und dabei gleichzeitig sozial gerecht vorzugehen.
Weiter warnte Rehn vor einem Flächenbrand. Die Schuldenkrise breite sich zum Kern der EU aus. Es sei deshalb dringend notwendig, ohne Verzögerungen Massnahmen «an allen Fronten» zu ergreifen. (fors, sda/dpa/reuters)
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