Nasse Winter, trockene Sommer in der Schweiz
Hitzewellen und Wasserknappheit im Sommer, Schneemangel und Hochwasser im Winter. Das sind die heute abschätzbaren Folgen der Klima-Erwärmung für die Schweiz bis Mitte Jahrhundert, so das Fazit des Beratenden Organs für Fragen der Klimaänderung des Bundes OcCC.
Diese Veränderungen seien noch zu bewältigen, so die Autoren der Studie. Schlimmer könnte es nach 2050 werden.
Erwärmung um bis zu 3,5 Grad erwartet
In der Schweiz stieg die Erwärmung im vergangenen Jahrhundert um durchschnittlich 0,14 Grad pro Jahrzehnt. Der Sommer im Jahr 2050 könnte nochmals zwischen 1,5 und fünf Grad und der Winter 1 bis 3,5 Grad wärmer sein. Hitzesommer, wie sie heute alle 10 bis 50 Jahre vorkommen, werden bis 2050 jedes zweite Jahr auftreten. Die mittlere Schneefallgrenze wird von heute ungefähr 860 auf 1200 Meter über Meer steigen.
Mehr Extreme
Auch bei den Niederschlägen werden grosse Veränderungen erwartet. So werden die Winter bis zu 20 Prozent feuchter, im Sommer könnte dagegen nur noch die Hälfte des Niederschlags fallen. Die Folgen: Wasserknappheit und steigende Flusstemperaturen im Sommer und vermehrte Hochwasser und Murgänge sowie Schneemangel im Winter.
Kurzfristig positiv für die Landwirtschaft
Die Landwirtschaft könnte von einer Klimaerwärmung um weniger als zwei bis drei Grad profitieren. Steigen die Temperaturen aber mehr an, wird es zusammen mit der Wasserknappheit für viele Nutzpflanzen schwierig, hierzulande noch zu gedeihen.
Dringende Massnahmen sind unabdingbar
Die Autoren der Studie erwarten, dass sich das Klima bis Mitte Jahrhundert weitgehend unabhängig von noch zu ergreifenden Massnahmen zur Verminderung der Treibhausgas-Emissionen entwickelt. Diese würden sich erst längerfristig massgeblich auswirken. Oder anders gesagt: Wird nicht schnell ein massiver Rückgang des Klimagas-Ausstosses angepackt, gerät das Klima nach 2050 vollends aus den Fugen.
